Feministischer Widerstandskongress in Wien

17. November 2001, 09:57
2 Postings
Befreiungsbewegung? - Befreiungsbewegung!

Die FrauenLesbenbewegung hat Konflikte und Probleme erkannt und sie als solche unüberhörbar benannt. Sie hat an Lösungen gearbeitet und für deren Umsetzung gekämpft. Sie hat heilige Wahrheiten in Frage gestellt, und wenn notwendig, zerstört. Sie hat Tabus entlarvt und sie beim Namen genannt. Sie hat Sprache entwickelt und Ideen entworfen. Sie hat Orientierung geschaffen und stützt sich auf Vielfalt und Solidarität. Sie hat an Dogmas, Grabenkämpfen, Abschottung und Verausgabung gelitten, und ist ebenso daran gewachsen. Sie hat gestaltet, geprägt und in gesellschaftliche Entwicklungen eingegriffen, ja dieselben oft erst ermöglicht. Sie hat Utopien entworfen und sich Visionen geleistet. Eine davon ist das Ende des Patriarchats. Sie will Eigenständigkeit und Selbstbestimmung für FrauenLesben.

Was heute bewegt

Die Themen, die von der FrauenLesbenbewegung heute definiert und getragen werden, unterscheiden sich nicht wesentlich von jenen aus den 70er Jahren, scheint es. Es geht immer wieder von Neuem um Abtreibung, um Arbeit, um Erwerbsarbeitslosigkeit, um Geld und Ökonomie, um neue Lebensentwürfe, um Militarisierung, um Rassismus, um Sexismus, um Spiritualität, um Umwelt usw.

Und einmal ehrlich:

Hängen sie uns nicht oft schon selbst zum Hals heraus? Die Themen. Und hätten wir sie nicht längst schon gerne "erledigt". Und werden wir nicht immer öfter dazu "gezwungen", uns wieder mit ihnen auseinander zusetzen. Und empfinden wir diesen Zwang selbst oft nicht schon als Niederlage. Und sehen wir dabei nicht etwas alt aus - selbst wenn wir "jung" sind. Ist unser wild verteidigtes Konstrukt von uns und der Welt nicht ein bisschen antiquiert und verstaubt, obwohl es uns mitten ins Gesicht fährt? Es - das neoliberalistische Enteignungsverfahren?

Zu erkennen ist: FrauenLesben werden nicht nur strukturell oder materiell enteignet. Politische Macht zeichnet sich heute dadurch aus, dass die Machthabenden in die Schatzkisten ihrer GegnerInnen greifen. Sich ihrer Rhetorik, ihrer Ideen, und Analysen und einem Sammelsurium von Schlagworten bedienen. Nicht nur, um eine "So - als - Ob" Politik vorzugaukeln, sondern auch um dahinter eine völlig gegenteilige Politik durchziehen zu können. Sie besetzen und enteignen und desavouieren und entkräften und verwässern, was das Zeug hält.

Arbeitsplan

Jede Teilnehmerin des Feministischen Widerstandskongresses ist eingeladen, Themen und Anliegen einzubringen, alles was frau angesichts der politischen Situation in Österreich und in der Welt für besprechenswert hält, hat Platz! Alle Themen werden zu Beginn am Samstag vorgestellt, anschließend bilden sich Arbeitsgruppen. Ziel und Perspektive des gemeinsamen Arbeitens sind feministisch-politische Analysen und daraus entwickelte Praxen. Es sollen gemeinsam gesellschaftliche Veränderungen angesichts neoliberaler Ideologien/Politiken entworfen werden

Zeitplan:

Samstag 17. November
10 Uhr: Frühstück
11 Uhr: Begrüßung und Plenum: Vorstellung und Bildung der Arbeitsgruppen
12 Uhr 30 ­ 17 Uhr: Arbeit in den AG
17 ­ 19 Uhr: Plenum: Berichte aus den AG und Diskussion
anschließend Fest!

Sonntag 18. November
9 Uhr: Frühstück
10.00 -­ 13.30: Plenumsdebatte zu Fragen der Strategie
Einstieg: Kurze Strategie-Inputs
13.30 - 14.00 Uhr:Abschluss des Kongresses

Organisatorisches:

Übernachtung: Wie letztes Jahr wird es auch heuer wieder eine "Bettenbörse" geben. Wir bitten Wienerinnen, die eine Frau bei sich aufnehmen können, dies direkt beim Kongress kundzutun.

Teilnahme-Beitrag: Wir bitten euch um freiwillige Spenden

Weitere Informationen:

AUF- eine Frauenzeitschrift
Kleeblattgasse 7
1010 Wien
FeministischerWiderstand@operamail.com

Alle Veranstaltungen ausnamslos für FrauenLesben! (red)

Share if you care.