Nordallianz: "Sie verstehen nicht, dass sie alle getötet werden"

15. November 2001, 18:14
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Taliban kämpfen erbittert um die nordafghanische Stadt Kundus

Talokan - Um die letzte von den radikal-islamischen Taliban in Nordafghanistan gehaltene Stadt tobt der Nordallianz zufolge ein erbitterter Kampf. "Es gibt etwa 20.000 Taliban in Kundus, viele von ihnen Araber, und sie versuchen, auszubrechen", sagte ein Sprecher der Allianz am Donnerstag in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe. "Sie sind verzweifelt. Sie haben gesehen, was mit Arabern passiert, wenn die Nordallianz sie in die Finger bekommt."

Der Vertreter der Allianz in Tadschikistan, Sajed Ibrohim Hikmat, sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Sie verstehen nicht, dass sie alle getötet werden. Wir haben sie aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, aber sie wollen sich nicht ergeben."

Keine Möglichkeit zu entkommen

Die Nordallianz hat innerhalb von wenigen Tagen die Taliban aus fast allen Teilen Nordafghanistans vertrieben. Die Taliban sprechen dagegen von einem strategischen Rückzug. Kundus ist die letzte Stadt, die die Taliban und die mit ihnen verbündete El-Kaida-Organisation des moslemischen Extremisten Osama bin Laden noch im Norden des Landes halten. Zahlreiche Ausländer - darunter Pakistaner, Tschetschenen und Araber - kämpfen für die El Kaida. Viele von ihnen sind nach den Siegen der Nordallianz getötet oder zusammengeschlagen worden. Am Dienstag waren zahlreiche arabische und pakistanische Kämpfer aus der belagerten Stadt ausgeflogen worden.

Hikamat bestätigte Berichte nicht, nach denen die Nordallianz schwere Verluste bei einer versuchten Einnahme von Kundus erlitten habe. Seinen Angaben zufolge sind 29 Kämpfer der Allianz getötet worden. "Es gab gestern Kämpfe und heute wurden sie bombardiert", sagte er. "Es gibt für sie keine Möglichkeit zu entkommen - keine Möglichkeit, sich frei zu kämpfen und keine Chance, sich zurückzuziehen." (APA/Reuters)

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