Mullah Omar: "Unser Ziel ist die Zerstörung Amerikas"

15. November 2001, 16:35
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Taliban leisten erbitterten Widerstand

Islamabad/Quetta - Nach ihrer Flucht aus fast allen Provinzen Afghanistans drohen die Taliban mit einem Guerillakrieg. Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar sagte am Donnerstag in einem BBC-Interview, sein Ziel bleibe die Zerstörung Amerikas. Dabei sei es egal, wie viele Provinzen die Taliban noch kontrollierten. Pakistan will eine Flucht des von den USA als Terroristenchef gesuchten Osama bin Laden und das Einsickern von Taliban über die Grenze verhindern.

Die pakistanische Regierung hat am Donnerstag Soldaten und Panzer an die Grenze zu Afghanistan verlegt. Pakistanische Grenzschützer hatten zuvor angegeben, die Grenze abgeriegelt zu haben, um mögliche Fluchtversuche Bin Ladens zu vereiteln. Lastwagen mit Hilfsgütern für Afghanistan dürften die Grenze jedoch passieren.

Omar zeigt sich unbeugsam

"Wenn wir alle Städte verlieren, gehen wir in die Berge", sagte ein Taliban-Sprecher der in Pakistan ansässigen afghanischen Presseagentur AIP. "Die Amerikaner werden Osama niemals lebend gefangen nehmen können", betonte er. Bin Laden wolle "lieber sterben als von den Amerikanern gefangen werden". US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld warnte in der "New York Times", Bin Laden könne in einem Hubschrauber aus Afghanistan fliehen.

Mullah Omar zeigt sich trotz der Serie von Taliban-Niederlagen unbeugsam. In seinem Interview mit dem paschtusprachigen Dienst der BBC drohte er: "Die gegenwärtige Lage in Afghanistan muss in einem größeren Zusammenhang gesehen werden - und das ist die Zerstörung Amerikas." Das Interview wurde nach Angaben der BBC am Mittwoch aufgezeichnet. Nach seinen Angaben haben die Taliban noch die Kontrolle über "vier oder fünf" Provinzen. "Aber es ist egal, ob wir eine oder 20 Provinzen kontrollieren". Auf die Frage, warum seine Kämpfer aus den großen Städten geflohen seien, sagte Omar, das habe etwas mit "der größeren Aufgabe" zu tun. Die "Ausrottung Amerikas" sei keine Fragen von Waffen, erläuterte er. "Der Plan geht voran und wird, so Gott will, umgesetzt werden. Mit Gottes Hilfe hoffen wir, dass dies innerhalb einer kurzen Zeit geschehen wird. Behalten Sie diese Voraussage im Gedächtnis." (APA/dpa/AP/Reuters)

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