Ein Stück Kulturgeschichte: Der Wegwerf-Rasierer ist 100

14. November 2001, 22:43
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Wien - Er machte eine Entdeckung, auf die seither unzählige Männer tagtäglich dankbar zurückgreifen, und wurde damit einer der bekanntesten Männer der Welt: King C. Gillette erfand den ersten "Sicherheitsrasierer mit auswechselbarer Klinge". Die Innovation läutete eine neue Ära der Rasur ein. Heuer feiert Gillette, mittlerweile eines der führenden Konsumgüterunternehmen in der Welt, sein hundertjähriges Bestehen.

Geboren am 5. Februar 1855 in Chicago, machte sich King C. Gillette zunächst als Utopist einen Namen. Er träumte von einem "Paradies auf Erden", in dem das Kapital zu gleichen Teilen auf die Menschheit verteilt wird. Dann machte sich Gillette frei von "revolutionärem" Gedankengut und wandte sich profitableren Dingen zu. Seine Erfindung soll er aus Ärger über ein stumpfes Rasiermesser gemacht haben.

Krieg, der Vater aller Dinge (?)

Es sollte bis zum Ersten Weltkrieg dauern, bis die Wegwerf-Klinge sich durchgesetzt hatte: Unter katastrophalen hygienischen Bedingungen zwangen die Umstände in Schützengraben und Bunker die Soldaten zur Selbstrasur. Und so war aus der Rasierklinge ein Massenprodukt geworden. Zunächst noch einzeln in Paraffinpapier eingewickelt und in kleinen Schächtelchen angeboten, gab es später die Spenderboxen, die auf Daumendruck durch einen Schlitz eine neue Klinge aus dem Magazin herausdrückten.

Der technische Fortschritt machte auch vor der Nassrasur nicht Halt: Die Entwicklung ging von der Rasierklinge über das Doppelklingengerät mit Schwingkopf und später mit Gleitstreifen bis zu den heutigen High-Tech-Tools.

Hinter- bzw. Untergrund

26.000 Bartstoppeln hat der "Durchschnittsmann" im Gesicht. Im Alter von 55 Jahren hat er sich 15 Meter Wildwuchs entfernt. Dafür verbringt er rund 3.350 Stunden oder 139 Tage seines Lebens vor dem Badezimmerspiegel. Die Härchen mit einer Stärke von etwa 0,07 Millimetern an den Wangen und 0,09 Millimetern an der Kinnpartie wachsen täglich nach, im Monat etwa einen Zentimeter. 91 Prozent der österreichischen Männer über 15 Jahre rasieren sich. Der Rest verzichtet, entweder, weil die Gesichtsbehaarung noch nicht sprießt, oder es handelt sich um Vollbartträger. (APA)

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