Exkönig ruft afghanisches Volk zur Selbstbestimmung auf

14. November 2001, 21:27
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Zahir Shah fordert baldiges Ende der Angriffe

Rom/Kabul - Der afghanische Exkönig Mohammed Zahir Schah hat die Bevölkerung seines Landes am Mittwoch aufgerufen, nach der Flucht der Taliban aus Kabul ihr Schicksal vereint selbst zu bestimmen. Zugleich drang der 87-Jährige auf ein baldiges Ende der US-Bombenangriffe auf Afghanistan. Das afghanische Volk werde mit Würde und Stolz wieder seinen Platz in der internationalen Gemeinschaft einnehmen. In der Erklärung, die im Rundfunk in Afghanistan ausgestrahlt werden sollte, äußerte sich der Exkönig nicht zu seiner eigenen Rolle bei der Bildung einer neuen Regierung.

Einer seiner Berater sagte jedoch, der frühere Monarch beabsichtige, als "Vaterfigur und Symbol für die nationale Einheit" bald in seine Heimat zurückzukehren. Zahir Schah gilt als mögliche Integrationsfigur in dem Vielvölkerstaat. Die Ereignisse der vergangenen Tage hätten gezeigt, wie wichtig Solidarität, Einigkeit und Zusammenarbeit für die Errichtung von Recht und Ordnung seien, sagte der Exkönig in seiner Erklärung. "Ich rufe Sie auf, Leben und Besitz zu achten und wachsam gegenüber ausländischen Plänen zu sein, die unserem Volk weiteren Schaden zufügen könnten", sagte er weiter. Nur sein Vorschlag über ein Treffen der Stammesführer biete eine Lösung für den Konflikt und respektiere den freien Willen des afghanischen Volks. (APA/AP)

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