Christie's freut sich über lukrative Moderne

14. November 2001, 21:03
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Aktuellster Auktionsstar ist freilich ein Ming-Häferl

Wien/New York/London - 25.154.500 Dollar Umsatz (etwa 390 Mill. S) hat am Dienstag die Abendauktion von Nachkriegskunst von Christie's im New Yorker Rockefeller Center eingebracht, gab das Auktionshaus an die Nachrichtenagenturen weiter.

Exotischer Star

Aktuellster Auktionsstar ist freilich eine chinesische Porzellantasse, die ein Privatmann für nur 100 Pfund in einem Antikgeschäft erstanden hatte und am Mittwoch in London für 751 500 Pfund (fast 17 Mill. S) versteigert worden.

Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, stammt die Tasse aus den Jahren 1465-1487 und ist ein "verlorener Schatz der Ming-Dynastie". Sie ist mit roten und gelben Elefanten bemalt und wurde nun von einem Londoner Kunsthändler ersteigert.

Der bisherige Eigentümer, der anonym bleiben wollte, berichtete, wie sein Vater die Tasse in den 80er Jahren in einem Regal im hinteren Teil eines kleinen Antikshops entdeckt hatte. Er sei ein Kenner chinesischer Keramiken gewesen und habe schon nach wenigen Tagen erkannt, dass die Tasse über 500 Jahre alt war. "Aber ich hätte natürlich nie gedacht, dass sie einen so Atem beraubenden Kaufpreis erzielen würde."

Zurück zu Christie's

Christie's in New York verkaufte 39 von 56 angebotenen Losen (Verkaufsrate somit 70%), neun Werke davon konnten die eine Million-Dollar-Marke erreichen - mehrheitlich dank des Einsatzes von europäischen Privatsammlern.

Spitzenpreise des Abends erzielten mit je zwei Millionen Dollar Andy Warhol ("Holly", 1966, das neunteilige Porträt des Kunsthändlers Holly Solomon) und Willem de Kooning (für die Zeichnung "Woman" von 1951). Um 1,766 Millionen Dollar wurden Gerhard Richters "1024 Farben" (1974) verkauft. Das größte der Farbserienbilder des Künstlers blieb damit unter dem Schätzpreis von zwei bis drei Millionen Dollar. "Woman in Landscape" von Roy Lichtenstein (1980) kam auf 1,436 Millionen Dollar und damit auf den unteren Schätzpreis.

Die 1,1 Millionen Dollar, die einem europäischen Sammler "Der Hirte" (1966) von Georg Baselitz wert war, bedeuten einen Auktionsweltrekord für diesen Künstler. Auch die 798.000 Dollar für Tom Wesselmanns "Still Life #28" (1963) sind ein Auktionsrekord, teilt das Auktionshaus in einer Aussendung mit. (APA/dpa)

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