WTO-Einigung bringt für Molterer faire Bedingungen für Agrarmärkte

14. November 2001, 19:51
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Einbeziehung der "non trade concerns" ermöglicht erstmals Berücksichtigung der Umweltleistungen der Landwirtschaft

Wien - Grundsätzlich positiv bewertet Österreichs Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (V) die heutige WTO-Einigung. Erstmals sei es gelungen, für faire Rahmenbedingungen auf den Landwirtschaftsmärkten eine von allen WTO-Mitgliedern mitgetragene Grundlage zu schaffen. Das sei gegenüber vergangenen Welthandelsrunden ein substanzieller Fortschritt, so Molterer Mittwochabend in einer Pressemitteilung."Nicht handelsbezogene Fragestellungen" fänden erstmals in einem Welthandelsabkommen ihre Verankerung.

Für die Landwirtschaft sei es wichtig gewesen, ein Scheitern der Konferenz zu verhindern, weil ohne Einstieg in diese WTO-Verhandlungsrunde keine Fortschritte für eine nachhaltige Entwicklung im Landwirtschaftsbereich möglich gewesen wäre. Diese WTO-Runde eröffne die Möglichkeit, nicht nur "good trade", sondern auch "fair trade" zu verwirklichen.

Durch die Berücksichtigung der "non trade concerns" werde es erstmals möglich, Anliegen der Konsumenten wie Kennzeichnung und Sicherheit von Lebensmitteln, Tierschutzstandards, Umweltleistungen der Landwirtschaft sowie die multifunktionalen Leistungen auch zu honorieren. Diese Themen würden als vierte Verhandlungssäule neben den traditionellen handelsbezogenen Themen wie Marktzutritt, Exporterstattungen und interne Stützungen verankert. Wichtig sei auch, dass der von einigen WTO-Mitgliedern geforderte Abbau von Exporterstattungen jetzt auch bisher nicht berücksichtigte Formen, die die Europäer bisher benachteiligt hätten, wie insbesondere die in den USA großzügig gewährten Exportkredite berücksichtigt werden, so Molterer. (APA)

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