Genügend Platz fürs Euro-Gerstl

14. November 2001, 19:07
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Alte Geldbörsel- Modelle fürs neue Geld

Wien - "Jeder, der kommt und ein neues Geldbörsel braucht, fragt nach einer Eurogeldbörse." Die Verkäuferin im Lederwarengeschäft auf der Wiener Freyung sieht das ganz pragmatisch: "Natürlich haben wir Geldbörsen mit größeren Münzfächern, aber die haben wir immer schon geführt, das hat mit der Euroumstellung nichts zu tun." Die Kunden seien mit diesem Angebot zufrieden. "Und überhaupt", ist sie sicher, "so viel mehr Münzen werden wir nicht mit uns rumtragen. Die gibt man eh sehr schnell wieder aus." Kleine Lederbeutel könne sie noch anbieten, aber die seien auch nicht der Renner.

Ein Stück weiter am Tattnerhof macht man die gleichen Erfahrungen. "Alle, wirklich alle" kämen mit der Frage nach einer Eurogeldbörse, und alle verließen mit einer Nichteurogeldbörse zufrieden das Geschäft. Denn Portemonnaies mit größeren Fächern fürs Metallene habe man ohnehin immer im Programm gehabt. "Glauben Sie mir", ist auch dort die Verkäuferin gelassen, "das ist alles nur Panikmache. In Deutschland haben sie jetzt schon mehr Münzen und brauchen auch keine größeren Geldbörsen." Und zum Beweis wird ein Modell mit einem kleinen Münzfach vorgeführt: "Schauen Sie, ich hab's ausprobiert, da gehen 600 Schilling in Zehnern rein." Und die Herrengeldbörsen? "Bei den Männern werden wohl die Schüttelbörsen wieder stark im Kommen sein." (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 14.11.2001)

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