Anleger flüchten in Qualitätswerte

14. November 2001, 18:49
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Letzte Raiffeisen-Schillinganleihe

Wien - Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September hat bei den Anlegern eine Flucht in die Qualitätswerte eingesetzt, stellte der Leiter der Geschäftsgruppe Finanzmärkte in der Raiffeisenlandesbank (RLB) Niederösterreich-Wien, Gerhard Rehor, am Mittwoch in einem Pressegespräch fest, bei dem auch die letzte Schillinganleihe des Hauses präsentiert wurde.

Im Anleihesektor sei ein deutlicher Trend zu Staatspapieren festzustellen gewesen. Dadurch sei der Kurs von Unternehmensanleihen stark zurückgegangen, was den Spread (Renditeabstand) zwischen diesen beiden Anlagekategorien auf bis zu 150 Basispunkte (1,5 Prozentpunkte) vergrößert habe.

Keine Änderung

Für die kommenden Monate erwartet Rehor keine Änderung der derzeitigen Situation. Solange die Unsicherheit über die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung anhalte, werde der Anleger auf Sicherheit setzen. Mit einem konjunkturellen Umschwung sei erst im zweiten Halbjahr 2002 zu rechnen. Bis dahin könne sich ein Einstieg in "gute" Unternehmensanleihen lohnen.

Die letzte Schillinganleihe des Hauses Raiffeisen, die unter dem Motto "Servus Schilling" läuft, ist wieder eine Kunstanleihe (diesmal von Paul Flora gestaltet), die in effektiven Stücken ausgeliefert wird. Begeben werden 3000 Stück im Nominale von jeweils 30.000 Schilling (2180,19 Euro).

Der Ausgabekurs beträgt 99,9 Prozent des Nominales, getilgt wird die zinsenlose Anleihe am Ende der Laufzeit (15. Dezember 2007) zum Kurs von 128 Prozent. Die Kapitalertragssteuer wird erst bei der Tilgung (beziehungsweise bei einem früheren Verkauf zum aktuellen Tageskurs) abgezogen.

Rehor wies darauf hin, dass die Anleihestücke bis zu einem Betrag von 200.000 S anonym erworben werden können (Tafelgeschäft). Sie eignen sich daher besonders zur Veranlagung von Schwarzgeld. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 15.11.2001)

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