Amnesty: Zivilisten und Taliban vor Übergriffen schützen

14. November 2001, 16:05
posten

Vergeltungsaktionen befürchtet

Bonn - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die internationale Gemeinschaft zum Schutz der Zivilbevölkerung in Afghanistan vor Übergriffen aufgefordert. Nach dem Einmarsch der Nordallianz in Kabul und Berichten über hingerichtete Taliban-Kämpfer sei zu befürchten, dass auch Zivilisten Opfer von Vergeltungsangriffen werden könnten, berichtete Amnesty am Mittwoch in Bonn. Auch die Hinrichtungen von Taliban-Kämpfern müssten gestoppt werden. "Von den Taliban begangene Menschenrechtsverletzungen können keine Verstöße der Nordallianz gegen die Menschenrechte rechtfertigen."

Bisher habe die internationale Gemeinschaft nach dem schnellen Vorrücken der Nordallianz kaum Vorkehrungen zum Schutz der Zivilbevölkerung getroffen, erläuterte die internationale Generalsekretärin von Amnesty, Irene Khan. "Afghanische Zivilisten sind bewaffneten politischen Gruppen ausgeliefert, die in der Vergangenheit schwere Menschenrechtsverletzungen begangen haben." Insbesondere die USA, Großbritannien und Russland stünden als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats in der Verantwortung. (APA/dpa)

Share if you care.