Verlag "Jung und Jung" sieht sich als "kleine Sensation"

16. November 2001, 12:28
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Positive Bilanz des ersten Jahres

Salzburg - Vor einem Jahr hat der ehemalige Leiter des Residenzverlages, Jochen Jung, seinen eigenen Literaturverlag gegründet. "Jung und Jung" präsentierte am Dienstag im Rahmen der Salzburger Buchwoche eine "überraschend erfolgreiche" Bilanz.

Jung sagte, er habe erwartet, dass sich ein ausschließlich auf Kunstbände und Literatur konzentrierter Verlag frühestens nach drei Jahren auch wirtschaftlich rechnen kann. "Dass der Verlag schon nach einem Jahr schwarze Zahlen schreibt, ist eine kleine Sensation", sagte Verleger Jochen Jung.

Den bisherigen Erfolg begründet er mit seiner "Mischkalkulation", also einer Mischung aus anspruchsvollen, aber populären einerseits, und literarisch und künstlerisch ausgefallenen und daher riskanten Buchtiteln andererseits. Besonders erfolgreich war Inge Merkels Roman "Sie kam zu König Salomo", der mit über 10.000 verkauften Exemplaren in die vierte Auflage geht. "Jung und Jung" hat im ersten Jahr rund 20 Buchtitel von hauptsächlich österreichischen aber auch deutschen und Schweizer Autoren produziert. Auch in den kommenden Jahren soll diese Größenordnung beibehalten werden.

"Immer mehr Verlage verschwinden oder werden von Konzernen geschluckt. Der Residenzverlag - jetzt Teil des Bundesverlages - soll an Bertelsmann verkauft werden", sagte Jung. Diese ausschließlich kommerziell orientierten Konzepte der Konzerne seien eine zusätzliche Hürde für junge, noch wenig bekannte Autoren. Es sei unerträglich, dass zum Beispiel Thomas Bernhard jetzt ein Bertelsmann-Autor werden könnte, so Jung. Er glaube nicht, dass Bernhard in seiner Anfangszeit von Bertelsmann überhaupt verlegt worden wäre. (APA)

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