Kein WM-Spiel in Nordkorea

14. November 2001, 15:16
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Bestnoten für Stadien - Transportprobleme bereiten Sorgen

Seoul - Fünfeinhalb Monate vor Eröffnung der Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan türmen sich beim Fußball-Weltverband FIFA weiterhin die organisatorischen Probleme. Zumindest ein Problem hat sich nach monatelanger Diskussion in Wohlgefallen aufgelöst, denn die Endrunde wird definitiv ohne Beteiligung Nordkoreas über die Bühne gehen. Wie die FIFA am Mittwoch bestätigte, gibt es vor der Gruppenauslosung am 1. Dezember in Pusan keine Verhandlungen zwischen Pjöngjang und dem Weltverband.

Ergebnislose "Versöhnungsgespräche"

Dies hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter zur Grundvoraussetzung für die Einbindung Nordkoreas als Austragungsort zumindest eines Gruppenspiels gemacht. Zudem hatte Blatter ein Übereinkommen der Regierungen von Nord- und Südkorea noch in diesem Monat gefordert, das es aber nicht geben wird. Im Gegenteil: Am Mittwoch waren die "Versöhnungsgespräche" zwischen beiden Ländern auf Ministerebene nach fünf Tagen ergebnislos abgebrochen und für unbestimmte Zeit ausgesetzt worden.

Auch ohne die Einbeziehung Nordkoreas muss sich die FIFA reichlich Sorgen um einen reibungslosen WM-Ablauf machen. Zwar kehrte in dieser Woche eine FIFA-Delegation voll des Lobes von der Inspektion der 20 meist brandneuen, hochmodernen und schmucken Stadien zurück. Doch wurde der vierköpfigen Gruppe unter FIFA-Vizepräsident Antonio Matarrese aus Italien ebenso deutlich vor Augen geführt, dass eine ganze Reihe längst erkannter Probleme weiterhin ungelöst ist.

Infrastruktur-Probleme

Dazu zählen in erster Linie eklatante Mängel beim Transport sowohl innerhalb der beiden Ländern als auch zwischen Japan und Südkorea. Vielfach fehlen ausreichend Zufahrtsstraßen zu den häufig außerhalb der Städte erbauten Stadien, auch mangelt es an Parkmöglichkeiten. "Wir haben fast eine Stunde ins Stadion gebraucht, weil wir keinen Parkplatz fanden", kritisierte Peter Verlappen, Generalsekretär des asiatischen Fußballverbandes (AFC), nach dem Besuch des Testspiels Südkorea gegen Senegal im Stadion von Chonju.

Italiens Nationalmannschaft und ihr Trainer Giovanni Trapattoni bekamen jüngst vor ihrem Testspiel gegen Japan (1:1) in Saitama ebenfalls die Mängel in der Infrastruktur zu spüren. Die Fahrt vom Hotel zum Stadion dauerte dermaßen lange, dass die Spieler die Arena erst erreichten, als eigentlich schon das Warmlaufen auf dem Programm stand.

Mäßiger Ticketverkauf

Der Ansturm der Fans indes hält sich bisher in Grenzen, was angesichts der exorbitant hohen Reisekosten vor allem in Japan nicht verwundert. In der noch bis zum Wochenende andauernden ersten Phase des Ticketverkaufs, in dem länderspezifisch festgelegte Kontingente an Eintrittskarten angeboten werden, sind nach FIFA-Angaben lediglich in England, Brasilien und Japan alle Tickets abgesetzt worden. (APA/dpa)

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