Sozialminister Haupt: "Gute Regelung"

14. November 2001, 18:11
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Vorwurf der zusätzlichen Bürokratie sei "vollkommen falsch"

Wien - Sozialminister Herbert Haupt (F) hat am Mittwoch die vom Ministerrat beschlossene Chipkartengebühr von 50 Schilling pro Quartal und Arzt verteidigt. Gegenüber der APA sprach Haupt von einer "guten Regelung" und einer "erheblichen Verbesserung" für die Versicherten. Es gebe keine zusätzlichen Belastungen für die Versicherten, die Einnahmen durch die Gebühr würden Spielraum für eine Ausweitung der Vorsorgeuntersuchung und für die Gratisimpfungen schaffen.

Die Kritik, dass damit zusätzliche Bürokratie geschaffen werde, wies der Sozialminister als "vollkommen falsch" zurück. Die jetzt praktizierte "Zettelwirtschaft" mit den Krankenscheinen werde entfallen, mit einer "vernetzten Abrechnung" auf EDV-Basis werde es zu einer Verwaltungsvereinfachung kommen. Darüber hinaus müssten die Krankenversicherungen den Unternehmen nicht mitteilen, bei welchem Arzt ihr Mitarbeiter war, sondern nur, wie viel sie zu verrechnen haben. Die Kritik aus der Wirtschaft an der Regelung führt Haupt darauf zurück, dass diese "beleidigt" darüber sei, dass sie die 400 Millionen Schilling an Verwaltungseinsparung nicht für sich lukrieren könne.

Auch die Skepsis des Hauptverbandspräsidenten Herwig Frad kann der Sozialminister nicht nachvollziehen. Haupt forderte ihn auf, ein Papier vorzulegen, wie die nötigen 1,7 Milliarden Schilling anders lukriert werden könnten, wenn er die Chipkarten-Gebühr ablehne. Es sei jedenfalls "nicht gerechtfertigt", diese Regelung abzulehnen, wenn man keine Ersatzvorschläge vorlege.

Den Einwand, dass er selbst früher gegen eine Gebühr für die Chipkarte gewesen ist, ließ Haupt nicht gelten. Er verwies darauf, dass man das System kostengünstiger machen und auf der Beitragsseite stabilisieren müsse. Im Gegensatz zu Großbritannien müssten alle Leistungen - auch "sündteure" Behandlungen und Medikamente - für alle Schichten lebenslang zur Verfügung gestellt werden.(APA)

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