Interesse an Investmentfonds trotz Krise ungebrochen

14. November 2001, 14:32
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Attraktive Finanzstrategien für unterschiedliche Anlageformen beim 3. Salzburger Anlegerforum

Mehr als 3.000 Besucher an zwei Vortrags- und Seminartagen besuchten vergangenes Wochenende das von Raiffeisen Salzburg veranstaltete 3. Salzburger Anlegerforum. Trotz ungebrochenem Interesse für Fondsprodukte gab es auch mahnende Stimmen.

Kritik übte Raiffeisen-Generaldirektor DDr. Manfred Holztrattner am Neuen Markt, "der sich als eine inzwischen geplatzte Seifenblase erwiesen hat, an deren Entstehen sowohl die Börsen selbst als auch die Emissionsbanken und zu euphorische Analysten ihren Anteil hatten". Auch Anleger müssen zur Kenntnis nehmen, daß ihre Erwartungshaltung von 20, 30 oder mehr Prozent an Ertrag jährlich nur auf kurzfristigen Spekulationen und nicht auf längerfristigem Anlagedenken beruhen kann. Das "Prinzip Hoffnung" ist Anlegern zu wenig Basis für eine Kaufentscheidung, und Börsen sollten sich nicht als Konkurrenzbetriebe zu Kasinos verstehen, betonte Generaldirektor DDr. Manfred Holztrattner.

Hohes Publikumsinteresse

Die rund 50 Vorträge und Seminare beim diesjährigen Anlegerforum stießen auf ein hohes Publikumsinteresse. Internationale hochkarätige Experten präsentierten attraktive Finanzstrategien für die unterschiedlichsten Anlageformen.

Ein besonderes Highlight war die Abendveranstaltung am Freitag mit Univ. Prof. Dr. Dr. Joachim Starbatty. Ausgehend von der Frage "Auf nach Europa oder tiefer in die EU?" formuliert Univ. Prof. Dr. Dr. Joachim Starbatty von der Universität Tübingen Möglichkeiten, wie sich die Welt, wie sich Europa nach jenem 11. September, der die Welt veränderte, entwickeln könnte. Zwar sei die Währungsunion eine "hinkende Konstruktion", da die Marktintegration und die politische Fundamentierung noch nicht vollzogen sind, doch liegen in Krisen andererseits auch Chancen zu Veränderungen, betont Starbattty. Sollte das europäische Einigungswerk scheitern, weil die Währungsunion nicht überlebt, dann sei dies nicht das Ende Europas, sondern das Ende einer bestimmten Integrationsmethode. Das alte Europa, so Starbatty, werde überleben, in welcher Gestalt auch immer.

Als weiterer Publikumsmagnet erwies sich der mit Spannung erwartete Vortrag von Roland Leuschel am Samstag. Roland Leuschel, der zu den großen Börsenberühmtheiten Europas zählt, kritisierte in seinem Fachvortrag jene Gesellschaftsformen, die sich durch bloßen kurzfristigen Genuß und Gewinnmaximierung ausdrücken, durch Aktienkurse, die in den Himmel wachsen, auch wenn das Wirtschaftswachstum schwach ist.

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    foto: e-fundresearch.com
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