AT&S sieht "deutlichen Aufwärtstrend"

14. November 2001, 13:44
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Im dritten Quartal weitere operative Verbesserung erwartet

Wien - Der am Frankfurter Neuen Markt notierte steirische Leiterplattenproduzent AT&S konstatiert für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2001/02 einen "deutlichen Aufwärtstrend", will aber noch nicht von einer "Trendumkehr" sprechen. Das Ergebnis der vergangenen drei Monate seien besser als jene der ersten Dreimonatsperiode, jene des laufenden dritten Quartals würden operativ besser als das zweite, hieß es am Mittwoch in Wien bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse. In der dritten Vierteljahresperiode fallen freilich die auf 16 Mill. Euro (220 Mill. S) bezifferten Schließungskosten für das Werk in Augsburg an.

Auffanggesellschaft für Beschäftigte

In dem auf die Produktion für die Telekom-Infastruktur spezialisierten süddeutschen Werk sind plangemäß per Ende Oktober 400 Beschäftigte gekündigt worden. 340 davon sind mittlerweile in einer Auffanggesellschaft untergekommen, in der umgeschult und weitergebildet wird. Die projektierten Schließungskosten, werden laut AT&S-Finanzvorstand Harald Sommerer aber nicht voll auf die Bilanzen durchschlagen. Durch die Schließung hätten gleichzeitig die in Augsburg erwirtschafteten Verluste (im ersten Halbjahr 8 Mill. Euro) ein Ende. Kumuliert fielen in dem 1999 erworbenen Standort Augsburg 30 Mill. Euro Verluste an (Schließungskosten nicht eingerechnet).

Keine Prognosen aufgrund Umsatzsteigerung im Weihnachtsgeschäft

Auf Grund der Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft ist die Auslastung der drei AT&S-Standorte in Österreich und jene der Fabrik in Indien auf wieder über 80 Prozent gestiegen, nachdem die Auslastung im Sommer auf bis zu 60 Prozent gefalllen war. Wie nachhaltig diese Entwicklung ist, könne erst auf Basis des des tatsächlichen Weihnachtsgeschäfts beurteilen, hieß es. Auf Prognosen für das Gesamtjahr wollen sich Unternehmenschef Willi Dörflinger und Sommerer daher weiterhin nicht einlassen. Jeder Prozentpunkt mehr oder weniger Auslastung schlage sich derzeit im Ergebnis überproportional stark nieder, erläuterte Sommer die Zurückhaltung bei den Vorhersagen.

Mittelfristig rechnet das Management mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 20 Prozent, davon 5 Prozent "organisch". Dies ist die Hälfte jenes Erwartungswerts, der vor dem Einbruch des Telekommarkts gegeben worden war. Was Investitionen im Ausland betrifft, hat für AT&S der Standort China "klare Priorität" obwohl man eine kleineres Investment in den USA nicht kategorisch ausschließt. Das steirische Unternehmen stellt derzeit ein modernes Leiterplattenwerk bei Shanghai "auf die grüne Wiese", das voraussichtlich 2002 eröffnet wird. Das Werk soll ein "Klon" der Produktionsstätte am Heimstandort in Leoben Hinterberg werden. AT&S wird trotz der wirtschaflichen Situation "weiter wie geplant in strategische Projekte wie China und die Forschungs- und Entwicklung investieren", erklärte Dörflinger. Der Markt nahm die Halbjahresergebnisse des Telekomzulieferers am Mittwoch wohlwollend auf: die Aktie notierte um etwa 13.00 Uhr bei 16,2 Euro um 11,7 Prozent höher. (APA)

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