Sportartikelbranche wuchs im Vorjahr kräftig um 18 Prozent

14. November 2001, 11:16
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Umsatz stieg nach RegioPlan-Studie auf 20,6 Milliarden Schilling

Wien - Der österreichische Sportartikelfachhandel hat sich im Vorjahr auf deutlichem Expansionskurs befunden. Nach Jahren anhaltende stagnierender bis rückläufiger Umsätze verzeichnete die Branche bereits 1999 einen Umsatzsprung um 9 Prozent, der 2000 von "unglaublichen" 18,3 Prozent übertroffen wurde. Der Gesamtumsatz des Sportartikelfachhandels lag inklusive aller angebotenen Produkte und der Verleihbetriebe bei rund 20,6 Mrd. S (1,5 Mrd. Euro) nach 17,4 Mrd. S im Jahr davor. Dies geht aus einer heute, Mittwoch, veröffentlichten Studie der RegioPlan Consulting hervor.

Verkaufsflächen der Outlets erweitert, daher Verbrauchermärkte rückläufig

Auf die vier größten Sportartikelhändler Intersport, Sport 2000, Hervis und Kastner+Öhler entfielen rund 73 Prozent des gesamten Fachhandelsumsatzes. Sie verfügten aber nur über 41 Prozent der Outlets. Um 2 Prozent mehr als im Jahr davor, was vor allem auf die geringere Zahl der Fachhändler zurückzuführen ist. Viele Händler waren nämlich trotz des Wachstums der Branche nicht mehr konkurrenzfähig und mussten ihre Geschäfte aufgeben. Die Zahl der Outlets sank im Vorjahr um 4,8 Prozent auf 1.377. Die Verkaufsfläche selbst wuchs marginal um 0,6 Prozent auf rund 501.000 m2. Weiter im Vormarsch befanden sich die Mega-Outlets der großen Player: Waren 1999 noch 5 Prozent der Verkaufsläden größer als 1.000 m2, so waren es im Jahr 2000 schon 6 Prozent. Zudem erwiesen sich die Österreicher als qualitätsbewusste Konsumenten und griffen grundsätzlich zu hochwertigen Produkten. Aus diesem Grund misst RegioPlan den "Verbrauchermärkten" eine nur rückläufige Bedeutung zu.

Heuer sind Golf-Artikel angesagt, out dagegen Inliners

Produkte aus den Bereichen Heimtrainer, Radsport, Laufsport und Golf trieben im Vorjahr das immense Marktwachstum voran. Vor allem die Nischensportart Golf verzeichnete laut RegioPlan zweistellige Wachstumsraten. "Out" waren dagegen Inline-Skater, dieses Segment war zusehends gesättigt. Eindeutig nicht mehr im Trend lagen auch Microscooter. Sie verzeichneten eine Rückgang von 50 Prozent. Zusätzliches Potenzial für die Sportartikelbranche sieht das Consultingunternehmen im Verleihgeschäft, das künftig verstärkt genützt werden sollte. Dabei werden die stärksten Umsatzzuwächse abseits des heimischen Wintersportsektors erzielt, so RegioPlan. Die bedeutendste Produktgruppe gemessen am Gesamtpotenzial privater Haushalte sind die Sommersportgeräte mit einem Anteil von 39 Prozent. An zweiter Stelle folgt die Sportbekleidung mit 26 Prozent, und an dritter Stelle folgen die Wintersportgeräte mit 14 Prozent. Laut RegioPlan gibt der österreichische Haushalt im Durchschnitt im Jahr rund 6.100 S (443 Euro) für Sportartikel und Leihgebühren aus. (APA)

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