Paschtunische Milizen kontrollieren Jalalabad und sollen Nordallianz stoppen

14. November 2001, 16:36
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Taliban verlassen die Stadt - Stellvertreter von Mullah Omar auf der Flucht

Islamabad - Die Taliban-Truppen haben sich am Mittwoch aus der afghanischen Stadt Jalalabad zurückgezogen, wie die in Pakistan ansässige Nachrichtenagentur AIP meldete. Gleichzeitig haben die Taliban die gesamte Provinz Nangarhar geräumt, deren Hauptstadt Jalalabad ist. Die Stadt, die während der Nacht von US-Flugzeugen bombardiert wurde, werde jetzt von dem früheren örtlichen Milizkommandanten Maulvi Yunus Khalis kontrolliert, nachdem der von den Taliban eingesetzte Provinzgouverneur Maulvi Abdul Kabir geflohen sei, meldete die Agentur.

Omar-Stellvertreter auf der Flucht

Yunus Khalis ist ein Widerstandskämpfer aus der Zeit der sowjetischen Besatzung. Der geflohene Provinzgouverneur Kabir ist ein Stellvertreter des Taliban-Chefs Mullah Omar. US-Flugzeuge bombardierten laut Berichten der Nachrichtenagentur AIP während der Nacht auf Mittwoch den Flughafen und Militäreinrichtungen in Jalalabad sowie Stellungen nahe der Grenze zu Pakistan.

Taliban verlassen auch Provinz Kunar

Die Taliban wurden laut AIP nicht aus Jalalabad vertrieben, sondern übergaben die Macht an Khalis. Dieser warnte die Nordallianz davor, die Provinz Nangarhar zu betreten, in der Jalalabad liegt.

Beobachter werten die Übergabe Nangarhars als neue Taktik der Taliban. Sie hoffen offenbar, dass paschtunische Milizen, die nicht an der Seite der Taliban kämpften, versuchen werden, die Nordallianz aufzuhalten.

Zur Nordallianz zählen vor allem tadschikische, usbekische und schiitische Milizen. Die Paschtunen im Süden stehen ihnen ablehnend oder gar feindlich gegenüber. Nach Angaben von AIP verließen die Taliban auch die Provinz Kunar an der Ostgrenze Afghanistans. (APA/Reuters)

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