Bayer streicht noch heuer weltweit 2.100 Arbeitsplätze

15. November 2001, 15:15
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Bis 2005 sollen weitere 2004 Stellen abgebaut werden

Die Bayer AG will bis Ende dieses Jahres weltweit 2.100 Stellen abbauen. Bis 2005 kämen aus heutiger Sicht weitere 2.400 hinzu, sagte Vorstandsvorsitzender Manfred Schneider am Mittwoch bei der Vorlage der Neunmonatszahlen in Leverkusen. Darüber hinaus sei - wie bereits gemeldet - im Geschäftsbereich Pharma der Abbau von 1.300 Arbeitsplätzen eine notwendige Anpassung an Produkt- bzw. Ergebnisausfälle. Das Volumen aller Kostenstrukturprogramme bezifferte Schneider noch einmal auf 1,8 Mrd. Euro (24,8 Mrd. S), die ab 2004/05 realisiert werden sollen. Bereits im kommenden Jahr soll nach dem heutigen Stand eine Mrd. Euro abgearbeitet sein, 480 Mill. Euro mehr als im laufenden Jahr.

Schneider: Gesundheit bleibe Kerngeschäft

Im Arbeitsgebiet Gesundheit geht der Konzern für das Gesamtjahr 2001 nun von noch höheren Belastungen als bisher genannt aus. Der für das Gesamtjahr erwartete Ergebnisausfall durch die weltweite Rücknahme des Cholesterinsenkers Lipobay und die Produktionsprobleme bei dem Blutermedikament Kogenate werde insgesamt 1,4 Mrd. Euro betragen, teilte Bayer weiter mit. Bisher hatte Bayer bei Kogenate von Belastungen in Höhe von 350 Mill. Euro, bei Lipobay von Ergebnisausfällen von bis zu 800 Mill. Euro gesprochen. Konzernchef Schneider betonte erneut, das künftig als eigenständige Gesellschaft geführte Arbeitsgebiet Gesundheit bleibe ein Kerngeschäft. In den ersten neun Monaten sank das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft vor Sonderposten um über 40 Prozent auf 1,557 Mrd. Euro. Die Umsatzerlöse beliefen sich in den ersten neun Monaten auf 22,903 (22,918) Mrd. Euro.

Geringster Rückgang im Arbeitsgebiet Landwirtschaft

Bayer verzeichnete im dritten Quartal in allen vier Arbeitsgebieten Ergebniseinbrüche, wobei der Rückgang im Gesundheitsbereich auf 24 (334) Mill. Euro am kräftigsten ausfiel. Grund waren dem Zwischenbericht zufolge die Probleme mit Lipobay und Kogenate. Die zunehmende Nachfrage nach dem Milzbrand-Medikament Ciprobay infolge zahlreicher Krankheitsfälle in den USA werde sich erst im vierten Quartal Gewinn steigernd auswirken. Im Arbeitsgebiet Landwirtschaft ging das operative Ergebnis vor Sonderposten den Angaben zufolge auf 47 (86) Mill. Euro zurück und verzeichnete damit den geringsten Rückgang. Begründet wird er mit Aschreibungen für Akquisitionen. Das Arbeitsgebiet Polymere sei von der weltweiten flauen Chemiekonjunktur besonders betroffen, weshalb der Betriebsgewinn hier auf 81 (253) Millionen Euro eingebrochen sei, hieß es weiter. Im Arbeitsgebiet Chemie sank der Gewinn im dritten Quartal auf 27 (104) Mill. Euro. (APA/Reuters)

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