Keine "Versöhnung" zwischen Nord- und Südkorea

14. November 2001, 09:58
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Beides Seiten verweigern Zugeständnisse

Seoul - Die Versöhnungsgespräche zwischen Nord- und Südkorea sind ohne Ergebnis abgebrochen worden. Beide Seiten hätten sich geweigert, Zugeständnisse zu machen, berichteten südkoreanische Medien am Mittwoch. Die Delegation aus Südkorea, die von Vereinigungsminister Hong Soon-young angeführt wurde, verließ Mittwoch Früh die nordkoreanische Hafenstadt Changjon, wie es weiter hieß.

Die Gespräche auf Kabinettsebene waren im vergangenen Jahr auf einem gesamtkoreanischen Gipfel vereinbart worden, um die Versöhnung und Wiedervereinigung der beiden Nationen zu fördern. Korea ist seit 1945 in den kommunistischen Norden und den prowestlichen Süden geteilt.

Hauptstreitpunkt waren Südkoreas Anti-Terror-Maßnahmen

Mit dem Abruch der Gespräche der Delegationen sind die Bemühungen um ein weiteres Treffen von Familien Nord- und Südkoreas gescheitert. Die Unterhändler beider koreanischen Staaten beendeten am Mittwoch ihre Gespräche in Nordkorea ohne sich auf eine gemeinsame Erklärung verständigen zu können, wie das südkoreanische Vereinigungsministerium mitteilte.

Hauptstreitpunkt waren die Vorbehalte Nordkoreas gegen die vom Süden nach den Anschlägen in den USA verhängten Anti-Terror-Maßnahmen. Am Dienstag hatte das Vereinigungsministerium noch erklärt, beide Seiten hätten sich grundsätzlich auf ein Treffen von Familien beider Staaten geeinigt.

"Besorgniserregender Staat"

Nordkorea forderte vom Süden, die nach dem 11. September verhängten Sicherheitsvorkehrungen aufzuheben. Südkorea wies die Vorwürfe des Nordens zurück, die Maßnahmen richteten sich gegen den kommunistischen Nachbarn.

Die USA, die in Südkorea rund 37.000 Soldaten stationiert haben, stufen Nordkorea als einen Besorgnis erregenden Staat ein. Die USA verweisen in diesem Zusammenhang unter anderem auf das Raketenprogramm des Landes. Nordkorea hatte die Anschläge in New York und Washington verurteilt.

Die Treffen von je 100 Familien beider Staaten hätten in Nordkorea zwischen dem 10. und 16. Dezember stattfinden sollen. Seit der Annäherung Nord- und Südkoreas hatte es drei Treffen von Familien beider Seiten gegeben, von denen beinahe alle seit rund 50 Jahren keinen Kontakt mehr zueinander hatten. Die beiden Staaten sind seit dem Koreakrieg 1950 bis 1953 geteilt und befinden sich offiziell nach wie vor im Kriegszustand. Im Juni vergangenen Jahres waren die Staatschefs beider Länder zu einem historischen Gipfeltreffen zusammengekommen. (APA)

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