3.000 Nordallianz-Soldaten kontrollieren Kabul

14. November 2001, 15:50
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Abdullah will mit allen Gruppen mit Ausnahme der Taliban zusammenarbeiten

Kabul - Einen Tag nach dem Abzug der Taliban haben Soldaten der Nordallianz die Kontrolle über die afghanische Hauptstadt Kabul übernommen. Nach Angaben der Nordallianz-Befehlshaber wurden 3.000 Soldaten in Kabul stationiert, um für Ordnung zu sorgen. Es handele sich nicht um eine Besetzung, hieß es weiter. Der Außenminister der Nordallianz, Abdullah Abdullah, lud alle afghanischen Gruppen mit Ausnahme der Taliban ein, nach Kabul zu kommen, um dort über die Zukunft des Landes zu verhandeln.

Unterdessen legte der UNO-Gesandte für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, einen Zweijahresplan vor, in dem eine Übergangsregierung sowie eine multinationale Friedenstruppe vorgesehen ist. US-Präsident George W. Bush sagte in Washington, dass die USA mit der Nordallianz in Kontakt stehe, um die Wahrung der Menschenrechte in den eroberten Gebieten sicher zu stellen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, eine kleine Zahl amerikanischer Soldaten halte sich in Kabul auf, die allerdings nicht in der Lage sei, etwaige Übergriffe zu verhindern.

Der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte, General Richard Myers, erklärte, die Herrschaft der Taliban sei nach den jüngsten Erfolgen der Nordallianz auf den Süden Afghanistans beschränkt. Aber auch dort seien sie wegen der US-Luftangriffe und einheimischer Widerstandsgruppen nicht sicher, sagte der Vorsitzende des gemeinsamen Generalstabs der Teilstreitkräfte. Auch US-Spezialtruppen seien im Süden stationiert, sagte Myers, ohne nähere Angaben zu machen. (APA)

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