Bush und Putin wollen Taliban von künftiger Regierung ausschließen

14. November 2001, 07:14
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Annan begrüßt Einnahme Kabuls durch die Nordallianz

Washington - Nach dem Einmarsch der Nordallianz in der afghanischen Hauptstadt Kabul haben sich US-Präsident George W. Bush und der russische Staatschef Wladimir Putin erneut gegen eine Beteiligung der Taliban an einer künftigen Regierung in Afghanistan ausgesprochen. Für die radikalislamischen Gotteskrieger könne es "als Bewegung" keinen Platz in den künftigen Regierungsinstitutionen Afghanistans geben, erklärten beide Präsidenten am Dienstag zum Abschluss des ersten Tages des US-russischen Gipfeltreffens in Washington.

Zugleich betonten sie, die USA und Russland hätten "weder die Absicht noch die Kapazitäten", eine Regierung für Afghanistan zu schaffen. Diese Aufgabe komme allein den Afghanen zu. Die künftige Regierung müsse alle Afghanen und alle ethnischen Gruppen vertreten. Die Afghanen sollten weiter bei der Bildung einer solchen Regierung unterstützt werden.

Annan begrüßt Einnahme Kabuls

UNO-Generalsekretär Kofi Annan begrüßte die Einnahme Kabuls durch die Nordallianz und die Befreiung "vom intoleranten Taliban-Regime der Unterdrückung". Zugleich rief Annan die bewaffnete afghanische Opposition nach den Worten seines Sprechers Fred Eckhard zur Wahrung von Menschenrechtsstandards auf. Auch Annan bekräftigte seine Forderung nach einer breiten und repräsentativen Regierung in Afghanistan. Der UNO-Generalsekretär habe seinen Sondergesandten Lakhdar Brahimi zu verstärkten Anstrengungen für dieses Ziel aufgefordert.

Der von Washington gesuchte islamische Fundamentalistenführer Osama bin Laden hält sich nach den Worten des britischen Außenministers Jack Straw möglicherweise in der Taliban-Hochburg Kandahar auf. Die Anti-Terror-Allianz sei weiter entschlossen, Bin Laden und seine El-Kaida-Organisation zu zerschlagen, sagte Straw in New York. (APA)

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