Bush und Putin fordern neue Friedensgespräche

14. November 2001, 14:53
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Israelisches Sicherheitskabinett soll über Lage beraten

Washington/Jerusalem - Die USA und Russland haben die Konfliktparteien im Nahen Osten zur Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen aufgefordert. In einer am Dienstag (Ortszeit) in Washington veröffentlichten gemeinsamen Erklärung äußerten US-Präsident George W. Bush und sein russischer Kollege Wladimir Putin ihre "tiefe Besorgnis über die Lage im Nahen Osten". Israel und Palästinenser müssten den politischen Dialog auf höchster politischer Ebene wieder aufnehmen und dringende Maßnahmen zur Beendigung der Gewalt ergreifen.

Bush und Putin forderten die Umsetzung des von US-Geheimdeinstchef George Tenet vermittelten Waffenstillstandsabkommens sowie des Mitchell-Friedensplanes zur Beendigung der Gewalt und der Einrichtung vertrauensbildender Maßnahmen.

Sharon ruft Kabinett

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon rief für Mittwoch Früh sein Sicherheitskabinett zusammen. Das Treffen diene der Erörterung der Lage in den Autonomiegebieten, berichtete der öffentliche israelische Rundfunk. Seit der Ermordung des israelischen Tourismusministers Rehavam Zeevi Mitte Oktober demonstriert die israelische Armee vor allem im Westjordanland Härte. Mehrere palästinensische Städte wurden seitdem besetzt, in den Städten Tulkarem und Jenin dauert die Besatzung noch an.

In Tulkarem im Westjordanland wurde am Dienstagabend nach Krankenhausangaben eine Palästinenserin bei einem Schusswechsel zwischen israelischer Armee und Palästinensern getötet. Bei Beit Hanun im Gazastreifen griff die israelische Armee am Dienstagabend nach palästinensischen Angaben eine Stellung der palästinensischen Sicherheitskräfte an. Dabei sei niemand verletzt worden. Seit Beginn des Palästinenseraufstandes im September vergangenen Jahres kamen fast tausend Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Palästinenser. (APA)

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