Blair fordert UNO-Präsenz in Kabul

13. November 2001, 18:49
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Außenminister der Nordallianz: UNO soll bei Friedensprozess helfen

London - Nach der Flucht der radikal-islamischen Taliban aus Kabul hat der britische Premierminister Tony Blair eine UNO-Präsenz in Afghanistan gefordert. "Ich glaube, wir können Fortschritte machen, um ein Machtvakuum zu verhindern. Aber wir brauchen so rasch wie möglich eine UNO-Präsenz", sagte Blair am Dienstag in London. Die neue Regierung Afghanistans müsse "auf breiter Basis" stehen: "Sie muss all die verschiedenen Gruppen einschließen und natürlich auch Paschtunen enthalten", sagte Blair. "Ich glaube, dass dies von der Nordallianz akzeptiert wird."

Der Kampf gegen den Terrorismus werde fortgesetzt. Die von den USA geführte Koalition müsse das Ziel, Terror-Chef Osama bin Laden zur Rechenschaft zu ziehen und dessen El-Kaida-Netzwerk zu zerstören, noch erreichen. "Nachdem sich die militärische Strategie nun als richtig erwiesen hat, wissen unsere Streitkräfte ebenso wie ich, dass nunmehr die Bedingungen geschaffen sind, um alle unsere Ziele zu erreichen", sagte Blair. Die Pläne für eine neue afghanische Regierung seien "fortgeschritten", fügte der britische Premier hinzu.

"Sie (die Taliban-Streitkräfte) befinden sich eindeutig auf dem Rückzug und in einigen Fällen sind sie zusammengebrochen. Aber es ist zu früh, um von einem Erreichen unserer Ziele zu sprechen", sagte der britische Regierungschef. Eine Einheit der Nordallianz war am Dienstagmorgen mit Geländefahrzeugen nach Kabul eingerückt. Die radikal-islamischen Taliban gaben die Hauptstadt offenbar kampflos auf. Wenig später strömten hunderte Kämpfer der oppositionellen Truppen in die afghanische Hauptstadt. Kommandant Amanulah Gusar bestätigte den Einzug seiner Kämpfer in die Hauptstadt.

Außenminister der Nordallianz: UNO soll bei Friedensprozess helfen

Der Außenminister der afghanischen Nordallianz, Abdullah Abdullah, hat die Vereinten Nationen Dienstag Abend aufgefordert, sich am "Friedensprozess in Kabul" zu beteiligen. Außerdem sei die UNO eingeladen, beim Aufbau einer neuen Regierung in Afghanistan mitzuhelfen. Daran sollten auch "alle afghanischen Gruppe mit Ausnahme der Taliban" teilnehmen.

Eine Einheit der Nordallianz war Dienstag früh mit Geländefahrzeugen nach Kabul eingerückt. Die radikal-islamischen Taliban gaben die Hauptstadt offenbar kampflos auf. Wenig später strömten hunderte Kämpfer der oppositionellen Truppen in die afghanische Hauptstadt. Kommandant Amanulah Gusar bestätigte den Einzug seiner Kämpfer in die Hauptstadt. (APA/dpa/Reuters)

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