Holzbauer siegreich

14. November 2001, 01:12
7 Postings

Die Volksoper-Fassade entsteht nach seinen Plänen, bei den Kosten herrscht noch Unklarheit

Wien - Die Entscheidung, nach wessen Plänen die Volksoper saniert werden soll, fiel am Montagabend: Von den beiden zuletzt im Rennen befindlichen Teilnehmern ging Wilhelm Holzbauer als Erster durchs Ziel. Den Berliner Kollegen Zerr, Hapke, Nieländer soll der Auftrag, ein neues Foyer zu planen, zwar zugesprochen worden sein. Im Gegensatz zur Fassade ist dieses aber nicht ausfinanziert, eine Realisierung nicht in Sicht.


Siegreich: Atelier Holzbauer

Der Entscheidung ging ein zähes, monatelanges Ringen voran, als Juroren verblieben lediglich Georg Springer, Geschäftsführer der Bundestheaterholding, sowie Volksoper-Hausherr Dominique Mentha.


Unterlegen: Zerr-Hapke-Nieländer

Unklarheit herrscht über die Kostenevaluierung der Projekte. Dem STANDARD liegen mehrere Gutachten vor, die höchst unterschiedliche Baukosten berechnen: Das von den Bundestheatern beauftragte Ingenieurbüro für Fassadenbau, IFGT-Schnebel, veranschlagt beide Projekte mit je etwa 37 Mio. Schilling. Ein von Zerr, Hapke, Nieländer vorgelegtes Gegengutachten berechnet die Kosten ihres Projektes lediglich mit insgesamt 24 Millionen.

Letztere Berechnungen stammen vom deutschen Fassadenbauer Michael Lange, der ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Fassadenbau ist. In einem dem STANDARD ebenfalls vorliegenden Schreiben vom 18. Oktober warfen die Berliner Architekten dem Wiener Gutachter diverse Berechnungsirrtümer vor und zeigten sich "erstaunt darüber, dass ein Gutachter ausgewählt wurde, der weder Stempel noch Briefkopf der Kammer für Zivilingenieure besitzt".

Die Architekten werden erst am Mittwoch über den Ausgang des Wettbewerbs informiert, Georg Springer war nicht erreichbar.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. 11. 2001)

Share if you care.