Flugzeugabsturz kostet Versicherungen eine Milliarde Dollar

13. November 2001, 16:45
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Massiver Prämienanstieg seit September

New York - Der Absturz der American-Airlines-Maschine in New York wird die Versicherungen mindestens eine Mrd. Dollar (1,1 Mrd. Euro/15,4 Mrd. S) kosten. Damit erhöhen sich die seit den Terroristenattacken vom elften September angefallenen Flugzeugkatastrophenkosten auf 7 Mrd. Dollar. Dies berichtete die "New York Times" am Dienstag.

Branchenkenner schätzen nach Angaben der Zeitung, dass die Versicherungen der American für jeden der 251 abgestürzten Passagiere im Schnitt vier Mill. Dollar zahlen müssen und rund 30 Mill. Dollar für das Flugzeug. Die neun Besatzungsmitglieder seien durch Arbeitsplatzversicherung abgesichert. Für sie dürfe nicht geklagt werden. Der Versicherungen seien auch für Tote und Verletzte sowie für Sachschäden am Boden verantwortlich.

Prämien steigen

Der Absturz der American-Maschine im New Yorker Stadtteil Queens wird nach Angaben der Zeitung die ohnehin stark nach oben gerichteten Versicherungsprämien der Airlines weiter verteuern. Die Kosten für den Verlust der Airbus-Maschine seien für die Versicherungen etwa die gleichen, was auch immer die Unfallursache sein möge. Bei den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon sowie in den Absturz in Pennsylvania waren im September insgesamt vier Flugzeuge verwickelt. Zwei davon gehörten der American und zwei der United Airlines.

Kosten seit September um das Fünf- bis Sechsfache gestiegen

Die Kosten der Fluglinien für Versicherungen seien seit den September-Katastrophen um das Fünf- bis Sechsfache gestiegen. Kevin T. Walsh einer der Spitzenmanager des kommerziellen Versicherungsmaklers Willis Group rechnet nach Angaben der Zeitung damit, dass die Kosten jetzt noch stärker steigen werden.

15 bis 20 Versicherungen, die Fluggesellschaften versichern, hätten für das laufende Jahr Versicherungsprämien von 1,4 Mrd. Dollar vereinnahmt oder 5,6 Mrd. Dollar weniger als sie an Kosten für den jüngsten Absturz und die vier Abstürze im September zu erwarten hätten. Sie würden auch noch für ein halbes Dutzend anderer Abstürze weltweit zur Kasse gebeten.

Fluggesellschaften haben nach Angaben der "New York Times" im vergangenen Jahr typischerweise jeweils 30 bis 40 Mill. Dollar bezahlt, um ihre Flotten zu versichern. Dieses Jahr zahlten einige bis zu 200 Mill. Dollar an Prämien. Die American Airlines habe noch über den Neuabschluss ihrer Versicherung zum ersten November verhandelt. (APA/dpa)

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