Bosnisch-serbischer Lagerkommandant zu 15 Jahren Haft verurteilt

13. November 2001, 16:14
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UNO-Tribunal wertet Schuldeingeständnis als strafmildernd

Den Haag - Das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat am Dienstag drei bosnische Serben wegen der Verfolgung von Moslems und Kroaten im Bosnienkrieg zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der ehemalige Kommandant des Internierungslagers Keraterm, Dusko Sikirica, muss für 15 Jahre ins Gefängnis. Zwei Mitangeklagte, Damir Dosen und Dragan Kolundzija, wurden zu fünf beziehungsweise drei Jahren Haft verurteilt.

Die Ankläger hatten im September den Vorwurf des Völkermords gegen Sikirica und Dosen fallen lassen. Im Gegenzug hatten sich diese schuldig bekannt, 1992 Moslems und Kroaten in dem Lager verfolgt zu haben. Der Vorsitzende Richter Patrick Robinson erklärte bei der Urteilsverkündung am Dienstag, diese Schuldbekenntnisse und Äußerungen der Reue hätten das Strafmaß erheblich reduziert.

In der Anklageschrift hieß es, mehrere tausend bosnische Moslems und Kroaten seien auf dem Gelände der früheren Keramikfabrik in Keraterm gefangen gehalten wurden. In dem Lager seien Insassen getötet, gefoltert, sexuell misshandelt, geschlagen sowie anderen grausamen und unmenschlichen Behandlungen unterzogen worden. (APA/AP)

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