Vorarlberger Kulturhäuser: Ziele nicht erreicht

13. November 2001, 21:17
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Landesrechnungshof fordert Reorganisation

Bregenz - 182 Prüfungstage widmete der Landesrechnungshof der landeseigenen Kulturhäuserbetriebsgesellschaft. Die "Kuges" wurde 1997 von der Landesregierung als Dach über die vier Institutionen Landesmuseum, Kunsthaus, Theater am Kornmarkt und Pförtnerhaus gestülpt - Ziele: Synergien, Einsparungen und mehr künstlerische Freiheiten für die Häuser. Das Ergebnis sieht, so der Rechnungshof, anders aus.

Ziele nicht erreicht

Die Gesellschaft habe, so RH-Direktor Herbert Schmalhardt, die wesentlichen Managementziele nicht erreicht. Eine Reorganisation des Unternehmens, das nur durch außerordentliche Zuschüsse des Landes und Auflösung von Rücklagen ausgeglichen bilanzieren konnte, sei notwendig. Dazu gehörten klare Kompetenzverteilungen, einheitliche Strukturen für kaufmännisches und technisches Management, neue Dienstverträge für die Direktoren und personelle Änderungen im politisch besetzten Aufsichtsrates. Außerdem sollten die Landeszuschüsse für den Betrieb der Häuser auf dem Stand von 2001 eingefroren werden.

Eine der Ursachen für die Schwierigkeiten der Kuges habe, so Schmalhardt, "im Widerstand der Häuser" gelegen. Eine weitere im mangelnden Durchsetzungsvermögen des Geschäftsführers. Dessen Position wurde mittlerweile neu ausgeschrieben. Einen personellen Wechsel sollte es auch im Aufsichtsrat geben, schlägt der Landesrechnungshof vor. Externe Experten könnten Landesbeamte ersetzen. Kulturlandesrat Hans-Peter Bischof (VP) rät der Rechnungshofdirektor über seine Position als Aufsichtsratsvorsitzender "nachzudenken". Schmalhardt: "Die Doppelfunktion ist nur schwer trennbar."
(jub/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. 11. 2001)

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