Industrie sieht noch kein Ende der Talfahrt

13. November 2001, 18:39
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Jobabbau heuer um bis zu drei Prozent

Wien - Anzeichen für ein nahendes Ende der Konjunkturtalfahrt in der heimischen Industrie seien derzeit nicht auszumachen. Eine Erholung werde wohl frühestens in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres eintreten, vielleicht erst gegen Ende 2002. Dennoch sei eine Rezession nicht zu erwarten. So resümierte Manfred Engelmann von der Bundessektion Industrie der Wirtschaftskammer Österreich die Perspektiven der heimischen Sachgüterproduzenten, wie sie sich aus den Berichten der 19 Fachverbände ergeben.

Die realen Auswirkungen: Die vom Wirtschaftsforschungsinstitut noch im September prognostizierte Produktionssteigerung in der Industrie von real 2,3 Prozent (nach plus 4,5 Prozent im vergangenen Jahr) sei nicht mehr erreichbar, erklärte Engelmann bei einem Pressegespräch. Für die Beschäftigung in der Industrie werde dies heuer ein Minus von zwei bis drei Prozent - also einen Verlust von 9000 bis 13.000 der derzeit noch 440.000 Jobs - bedeuten.

Auch im Mittelstand schlägt Krise durch

Auch in der mittelständischen Wirtschaft in Österreich schlägt die Konjunkturkrise durch. Wie eine vom Verband Creditreform am Dienstag präsentierte Umfrage unter 1800 kleinen und mittleren Betrieben ergab, werden die Auftragslage sowie die Umsatz- und Ertragsentwicklung deutlich schlechter beurteilt als im Herbst 2000.

Auch hier stehen bei den Personalplanungen die Zeichen auf Jobabbau. Ihren Personalstand verkleinern wollen in den nächsten Monaten 19,5 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe, neue Jobs sind nur für 14,8 Prozent ein Thema. Vor einem Jahr planten noch 26,3 Prozent eine Aufstockung, 13,6 Prozent dachten an Kündigungen. (jost, DER STANDARD, Printausgabe 14.11.2001)

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