Kleinstadt auf Gran Canaria verhängte Ausgangssperre für Kinder

13. November 2001, 12:52
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Wegen mangelhafter Leistungen in der Schule

Madrid - Die Kleinstadt Aguimes auf Gran Canaria hat als erste Gemeinde in Spanien eine nächtliche Ausgangssperre für Kinder und Jugendliche erlassen. Der Ort mit 22.000 Einwohnern im Südosten der kanarischen Ferieninsel schloss sich dem Beispiel mehrerer französischer Städte an, die im Sommer ein umstrittenes Ausgehverbot für Kinder eingeführt hatten. Während in Frankreich das Verbot nur in sozialen Problemvierteln und nur für Kinder bis 13 Jahre gilt, müssen in Aguimes alle Jugendliche bis 16 Jahre von 23.00 bis 6.00 Uhr daheim bleiben.

Schulverweigerung

Wie die Zeitung "El Pais" am Dienstag berichtete, begründete die Gemeinde auf Gran Canaria die Ausgangssperre - anders als die französischen Städte - nicht mit der Jugendkriminalität. Sie verwies vielmehr auf die mangelhaften Leistungen der Schüler. 4,3 Prozent der Schulpflichtigen gingen nicht zur Schule. Ein Drittel der Zwölf- bis 17-Jährigen trinke am Wochenende Alkohol. Die Maßnahme ist in Spanien heftig umstritten. Sowohl die konservative Volkspartei (PP) als auch die Sozialisten (PSOE) bezeichneten die Ausgangssperre als einen Verstoß gegen die Freiheitsrechte. (APA/dpa)

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