Augenheilung mit Hilfe des Auges

14. November 2001, 21:35
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Netzhautschäden lassen sich mit den eigenen Iriszellen beheben

Kyoto - Licht am Ende des Tunnels für Menschen mit Makuladegeneration, einer wachsenden Funktionsuntüchtigkeit der Netzhaut (und somit sinkendem Sehvermögen): Japanischen Forschern ist es gelungen, Iriszellen zum Imitieren von Netzhautzellen zu bringen. Damit wird ein Eigentransplantat möglich.

Derzeit übertragen Augenärzte bereits Netzhautgewebe anderer Personen - mit einem gravierenden Nachteil gegenüber Eigentransplantaten: Oh- ne aufwendige Zusatzmedikation kommt es oft zur Immunabstoßung. Weiteres Problem: Mangel an Spendern.

Und so soll der neue, von diesen Nachteilen freie Ansatz, den Forscher der Universität Kyoto um Masayo Takahashi an Ratten erprobt haben, funktionieren: Man nehme Iris-, also Regenbogenhaut-Gewebe und bringe ein spezielles Gen mittels Virus in ihre Zellen. Dabei handelt es sich um jenes Gen, das für die Lichtempfindlichkeit ausgereifter Netzhautzellen zuständig ist.

Und siehe da: Die so gentherapierten Iriszellen produzierten das für die Lichtempfindlichkeit entscheidende Pigment. In einer nächsten Phase wollen die japanischen Wissenschafter nun versuchen, sie ohne Genmanipulation mittels chemischer Faktoren zur Imitation von Netzhautzellen zu bringen.

Der neue Ansatz überholt Forschergruppen, die auf neuronale Stammzellen gesetzt haben, diese aber bislang nicht erfolgreich zu Lichtrezeptoren wie jene in der Netzhaut umprogrammieren konnten.

Hintergrund des japanischen Konzepts ist die Tatsache, dass Netzhaut- und Iriszellen vor der Spezialisierung einen gemeinsamen Ursprung haben. (rosch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15. 11. 2001)

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