Israel weist UNO- Abzugsforderung zurück

13. November 2001, 11:10
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Regierungssprecher: "Unter diesen Umständen können wir nicht abziehen"

Jerusalem - Israel hat am Dienstag die Forderung der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates zurückgewiesen, zwei selbstverwaltete Palästinenser-Gebiete im Westjordanland zu räumen. Die Regierung habe zwar die Absicht dies zu tun, doch erlaube die Sicherheitslage dies noch nicht, sagte Raanan Gissin. "Es werden Menschen getötet. Darum sind wir dort. Unter diesen Umständen können wir nicht abziehen", sagte er. Nach dem Mord an einem Minister Mitte Oktober hatte Israel sechs Palästinenser-Städte besetzt beziehungsweise abgeriegelt. Derzeit werden noch Jenin und Tulkarem blockiert.

Die Außenminister der USA, Russland, Chinas, Frankreichs und Großbritanniens riefen am Montag am Rande der UNO-Vollversammlung in New York zudem die Palästinenser auf, den Aufstand im Westjordanland und dem Gaza-Streifen zu beenden. Dazu sagte ein Mitglied der palästinensischen Autonomie-Regierung, Hassan Asfur, die Minister hätten eine Chance verpasst, die Verhandlungen über den endgültigen Status der Gebiete wieder in Gang zu setzen. Denn der Aufruf zur Bendigung des Aufstandes für einen eigenen Staat rechtfertige "Israels Terrorismus gegen das palästinensische Volk".

Gewalt und Gegengewalt haben in den Gebieten, die Israel 1967 eroberte, in den vergangenen 13 Monaten 703 Palästinenser und 188 Israelis das Leben gekostet. Teile der Gebiete sind inzwischen ganz oder in beschränktem Umfang autonom, andere stehen noch voll unter Besatzungsrecht. (APA/Reuters)

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