"Prix Goncourt der Gymnasiasten" ging an eine "Go-Spielerin"

13. November 2001, 22:11
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"Prix Décembre" an Chloé Delaume und ihren "Schrei der Sanduhr"

Paris - Die Autorin Shan Sa ist mit ihrem Roman "La joueuse de Go"(Edition Grasset) die Siegerin der 14. Ausgabe des französischen Literaturpreises "Prix Goncourt des lyceens". Der Preis wurde in Rennes von einer 14-köpfigen Jury von Oberschülern vergeben, die 60 Klassen in ganz Frankreich vertrat.

Shan Sas Roman erzählt eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Die Handlung wickelt sich in der Mandschurei ab, einer Region im Osten Chinas, die von Japan besetzt war. Die Handlung des Romans ist nach den Regeln einer Go-Partie, dem bekannten komplexen strategischen Gesellschaftsspiel chinesischer Herkunft, aufgebaut.

"Offizieller" Goncourt-Sieger drittgereiht

Den zweiten Rang belegte bei der diesjährigen Ausgabe Guy Goffette mit seinem Erstlingsroman "Un ete autour du cou". Der Sieger des "offiziellen" Goncourt, Jean-Claude Ruffin mit seinem historischen Roman "Rouge Bresil", musste sich bei den Oberschülern mit dem dritten Rang begnügen.

Bei der Preisverleihung, die am Montg Abend in einem Restaurant in Rennes stattgefunden hat, waren auch Didier Decoin, Edmonde Charles-Roux und Francois Nourissier, Mitglieder der "Academie Goncourt", anwesend. An der Zeremonie beteiligte sich auch die Preisträgerin des Jahres 2000, Amadou Kourouma, die für ihren Roman "Allah n'est pas oblige", ausgezeichnet worden war.

"Prix Décembre" an Chloé Delaume

Der mit 200 000 Franc (30.490 Euro/419.549 S) dotierte französische Literaturpreis "Prix Décembre" ist am Montag der französischen Schriftstellerin Chloé Delaume für "Le cri du sablier" ("Der Schrei der Sanduhr", Verlag Farrago/Léo Scheer) zuerkannt worden. Das teilte die Jury mit, zu deren Mitgliedern die französische Schauspielerin Jeanne Moreau und der Bestseller-Autor Philippe Sollers zählen.

In dem Buch beschreibt die 28-jährige Autorin ihre Kindheit, um "eine erdrückende Vergangenheit aufzuarbeiten". "Die Sanduhr verkörpert die traumatisierende Figur des Vaters", erklärte die Französin, die mit diesem Roman ihr zweites Werk veröffentlicht. (APA)

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