Umsetzung der Klimaschutzstrategie belebt langfristig Österreichs Wirtschaft

13. November 2001, 10:40
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Energieszenario prognostiziert zusätzliche Investitionen und Jobs bei sinkendem Energiekonsum

Wien - Die konsequente Senkung der Treibhausgas-Emissionen führt in Österreich langfristig zu einer Reihe von positiven wirtschaftlichen und ökologischen Effekten. Nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts sind in den nächsten zehn Jahren durch eine Verringerung der CO2-Emissionen zusätzliche Investitionen, sinkende Energieausgaben, ein Zuwachs an Arbeitsplätzen und ein Beitrag zur Senkung des Nettodefizits zu erwarten. Die Erstellung dieses langfristigen Energieszenarios wurde vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium sowie vom Wirtschafts- und Arbeitsministerium in Auftrag gegeben, berichtete OTS.

Strategie

Dieses "Kyoto-Szenario" orientiert sich an der österreichischen Klimastrategie, die heuer von Bund und Ländern gemeinsam ausgearbeitet wurde. Gemäß den österreichischen Verpflichtungen des Klimaschutzprotokolls von Kyoto legt sie fest, wie Österreich seine Treibhausgas-Emissionen in den kommenden zehn Jahren gegenüber 1990 um 13 Prozent senken soll. Die zahlreichen Einzelmaßnahmen sind den Bereichen Gebäude, Stromerzeugung und -verbrauch, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft zugeordnet. Den Simulationen des Wirtschaftsforschungsinstituts zufolge liegen die österreichischen CO2-Emissionen aus der energetischen Verwendung von fossilen Brennstoffen im Jahr 2010 im "Kyoto"-Szenario bei etwa 53,5 Millionen Tonnen pro Jahr gegenüber derzeit rund 60 Millionen Tonnen. Das entspricht annähernd jener Reduktion im Energiesektor, die zur Erreichung des Kyoto-Zieles - das neben CO2 noch weitere fünf Treibhausgase umfasst - notwendig ist.

Investitionen

Für die Wirtschaft sind diese Reduktionsmaßnahmen mit deutlich belebenden Auswirkungen verbunden. Eine Abschätzung für das "Kyoto"- Szenario zeigt, dass mit jährlichen öffentlichen Förderungen von rund sechs Milliarden Schilling Investitionen von 26 Milliarden Schilling ausgelöst werden, die zur Steigerung der Energieeffizienz und für den Einsatz von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energieträger getätigt werden. Dieser beachtliche Investitionsimpuls geht einher mit einer bedeutenden Absenkung der Energiekosten: Die "Energierechnung" der österreichischen Volkswirtschaft würde im Jahr 2010 demnach um etwa 10 Milliarden Schilling und im Jahr 2020, um etwa 19 Milliarden Schilling geringer ausfallen.(red)

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