Gen-Millionen mit Moral

12. November 2001, 21:06
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100 Millionen Euro für Genomforschungsprogramm GEN-AU

Um die österreichischen Wissenschafter für den harten internationalen Wettbewerb in der Genomforschung zu rüsten, wurde nun eines der größten Forschungs- und Entwicklungsprogramme des Bildungsministeriums gestartet. Es soll österreichische Forscher und Betriebe unter dem Namen GEN-AU (GENome research in AUstria) zusammenbringen und stärken.

Über neun Jahre will das Ministerium dafür rund 100 Millionen Euro (rund 1,4 Milliarden Schilling) bereitstellen. Gefördert werden "Verbundprojekte", die aus bis zu sechs Forschergruppen und Firmen bestehen sollen.

Welche gefördert werden, entscheidet ein mit international renommierten Experten besetzter Beirat nach öffentlicher Ausschreibung. Nach über 30 Anträgen kann über mangelndes Interesse nicht geklagt werden. "Vor allem dort, wo bereits jetzt international relevante Forschung betrieben wird, soll massiv gefördert werden", erklärt Beiratsmitglied Günther Bonn, Bioanalytik-Experte an der Uni Innsbruck. "Beträchtliche Summen sind außerdem für den wissenschaftlichen Nachwuchs reserviert. Fixer Bestandteil ist auch die breite Diskussion bioethischer Aspekte", betont Bonn: "Immerhin kommen zwei Beiratsmitglieder, die Theologen Ulrich Körtner und Günter Virt von der österreichischen Bioethikkommission." Auch für kritische Information der Bevölkerung werde gesorgt: "Wir werden sowohl die Chancen als auch die Risiken dieser Forschung aufzeigen - da wird es keine Geheimnisse geben!" (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13. 11. 2001)

Von STANDARD-Mitarbeiterin Doris Griesser

GEN-AU
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