Das Geheimnis der Homöopathie enthüllt?

12. November 2001, 19:15
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Chemiker stoßen auf verwandtes Phänomen: zunehmende Verdünnung erhöht den Effekt

Wien - Mögliche Erklärungen für Phänomene der Homöopathie liefern jüngste Studien eine südkoreanischen Chemiker-Teams am Kwangju Institute of Science and Technology. Sie experimentierten mit so genannten Fullerenen - fußballförmigen Molekülen - und fanden heraus, dass diese in Verdünnungen unregelmäßige Aggregate bilden. Das Erstaunliche dabei: je höher die Verdünnung, desto größer die Aggregate.

In der Homöopathie werden Krankheiten und Symptome bekämpft, indem man dem Patienten Pulver oder Tropfen in extremer Verdünnung verabreicht, wobei stets Gleiches mit Gleichem bekämpft wird: beispielsweise werden die Folgen eines Bienenstichs mit winzigen Mengen von Bienengift behandelt. Kurioserweise wirken die homöopathischen Offzinen - so heißt es zumindest - umso stärker, je höher die Stoffe vorher verdünnt wurden.

Parallele

Auf genau dieses Phänomen stießen die Chemiker jetzt - zufällig - bei ihren Untersuchungen. Bisher hatte man angenommen, dass sich Moleküle beim Verdünnen einer Lösung immer mehr verteilen. Tatsächlich dürften - jedenfalls manche Moleküle - Cluster bilden. Diese Cluster werden umso größer, je höher die Verdünnung - also je dünner die Suppe - ist.

Ihre Endeckungen bei den Fullerenen haben die Forscher neugierig gemacht, sie wiederholten die Experimente mit verschiedenen organischen Molekülen - darunter Erbsubstanz DNA - und sogar ordinärem Kochsalz - Natriumchlorid. Es zeigte sich, dass sich auch diese Teilchen wie die Fullerene verhalten. Die entstehenden Molekülcluster waren in der Verdünnung meist fünf bis zehnmal so groß wie in der Originallösung.

"Geschichte der Verdünnung"

Doch damit nicht genug, behaupten die Wissenschafter, dass auch die "Geschichte der Verdünnung" eine Rolle spielt. Das heißt, es ist für die Clusterbildung nicht egal, wie die Ausgangslösung war. Vielmehr werden die Aggregate umso größer, je verdünnter die Ausgangslösung war. Es sieht fast so aus, als würden sich die Moleküle merken, aus welcher Ursuppe sie stammen.

Mit den Forschungen könnten zwei wichtige Aspekte der Homöopathie erklärt werden. Erstens könnte sich durch die Clusterbildung in den Verdünnungen die biologische Wirksamkeit verschiedener Substanzen erhöhen - und genau davon geht die Homöopathie aus. Zweitens könnte durch die scheinbare Merkfähigkeit der Moleküle erklärt werden, wieso in der Homöopathie selbst noch Verdünnungen wirken, in denen eigentlich gar keine Moleküle der Wirksubstanz mehr verhanden sind, sondern nur noch "die Information" des Stoffes. (APA)

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