Beteiligungsgespräche Andlingers mit VA Tech geplatzt

13. November 2001, 16:26
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"Keine Einigung über grundlegende Bedingungen des Einstiegs" - Aktie verliert stark

Wien - Die Verhandlungen um eine signifikante Minderheitsbeteiligung des Auslandsösterreichers Gerhard Andlinger bei der börsenotierten VA Tech sind geplatzt. Da "kein Übereinkommen der Gesprächspartner über die grundlegenden Bedingungen eines Einstiegs" erzielt werden konnte, seien die Vorgespräche "in gutem Einvernehmen beendet worden", gab die VA Tech Dienstag nachmittag bekannt.

Die private Investmentgesellschaft Andlinger & Company Inc. war in letzter Zeit an die beiden größten Aktionäre der VA Tech (ÖIAG und voestalpine) und den VA Tech Vorstand herangetreten. "Die positive Erfahrung von Andlinger & Co mit der MCE Voest hat naturgemäß zu Vorgesprächen über eine mögliche weitere Beteiligung am Konzern geführt", stellte VA Tech-Chef Erich Becker fest.

Bei den Verhandlungen ist es dem Vernehmen nach um eine rund 20-prozentige Beteiligung von Andlinger an VA Tech gegangen, im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Eine endgültige Entscheidung war für Anfang Dezember erwartet worden. Daraus ist jetzt nichts geworden.

Aktie mit scharfem Kursrückgang

An der Börse reagierte die Aktie der VA Tech auf das Scheitern der Einstiegsverhandlungen Andlingers am Dienstagnachmittag mit einem scharfen Kursrückgang. Die Aktie, die heute früh mit 0,8 Prozent im Plus eröffnete und im Verlauf stark schwankte, gab zwischenzeitlich um mehr als 6 Prozent auf 20,65 Euro nach.

Händlern zufolge werden sich die geplatzten Verhandlungen nicht auf das Unternehmen selbst auswirken. Allerdings seien die Marktteilnehmer enttäuscht darüber, dass es zu keiner Einigung gekommen ist. "Bis auf 19 Euro könnte es schon gehen", zeigte man sich im Handel pessimistisch.

Als klassische Erstreaktion wertete Bank Austria-Analyst Alfred Reisenberger die deutlichen Kursverluste am Dienstag. Aus fundamentaler Sicht sei die Nachricht "sicher nicht positiv, aber auch nicht besonders negativ". Es sei ohnedies nicht bekannt gewesen, was der Einstieg hätte bewirken sollen, so Reisenberger. Die Erhöhung der Eigenkapitaldecke auf 20 Prozent wäre zwar positiv gewesen, das Unternehmen dürfte aber auch ohne Andlinger nicht in Liquiditätsengpässe kommen. Dabei sei aber schon klar, dass jetzt nicht weitere Investoren "Schlange stehen", so Reisenberger. (APA)

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