UNO berichtet über Hinrichtungen und Plünderungen in Mazar-i-Sharif

12. November 2001, 15:01
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Unklar, von welcher Seite die Gewalt ausgeht

Islamabad - Aus der nordafghanischen Stadt Mazar-i-Sharif sind drei Tage nach der Eroberung durch Oppositionstruppen gewalttätige Übergriffe gemeldet worden. Eine Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP) berichtete am Montag in Islamabad von Hinrichtungen im Schnellverfahren, Plünderungen, Entführungen von Zivilisten und von Schießereien unter bewaffneten Kämpfern. Ob die Gewalt von Taliban-Milizen oder Kämpfern der Nordallianz ausgeht, war zunächst unklar. Auch eine UNO-Sprecherin in Pakistan erklärte, es gebe "unbestätigte Gerüchte über Gewalttaten und Hinrichtungen".

Zuvor hatten Bewohner der nordafghanischen Großstadt per Telefon berichtet, die Menschen in Mazar-i-Sharif genössen nach dem Abzug der sittenstrengen radikalislamischen Taliban ihre neuen Freiheiten. Frauen liefen allein durch die Straßen, in den Geschäften sei Musik zu hören, und "vor den Friseurgeschäften gebe es lange Warteschlangen, weil sich die Männer ihre Bärte abrasieren lassen", teilten Bewohner der Stadt einem französischen Journalisten im pakistanischen Peshawar mit. Allerdings hätten nur wenige Frauen ihre Burka, den traditionellen afghanischen Ganzkörperschleier, abgelegt. (APA)

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