Mehr Studien-
anfängerinnen als letztes Jahr - trotz Gebühren

13. November 2001, 21:20
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Insgesamt verlieren österreichische Unis an HörerInnen

Wien - Das starke Geschlecht bei den Studentinnen waren (seit letztem Jahr) und bleiben weiter die Frauen: Mit 58 Prozent stellen sie weiter den Löwenanteil bei den Erstsemestrigen und konnten diese Vormachtstellung gegenüber dem Vorjahr (57 Prozent) sogar weiter ausbauen.

(Grafik: Vergleichswerte Frauen/Männer an der Uni Wien im Wintersemester 2001/2001)

Für Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) zeigen die Zahlen, dass die MaturantInnen ihren weiteren Lebensweg sorgfältiger planen: Diejenigen, die in den vergangenen Jahren ein Studium begonnen hätten, ohne zu wissen, ob dieses das Richtige für sie sei, fielen nun weg, hieß es in einer Aussendung. Insgesamt haben sich laut Bildungsministerium bis heute fast 189.000 StudentInnen inskribiert, wobei in dieser Zahl allerdings auch die außerordentlichen Hörer inkludiert sind.

StudentInneneinbüßen

Insgesamt macht sich die Einführung von Studiengebühren sehrwohl bemerkbar, wobei die Rückgangsraten an den einzelnen Universitäten bisweilen auch stark differieren. So bewegen sich die Rückgänge bei der Zahl der ordentlichen Studenten an den zwölf wissenschaftlichen Unis laut vorläufiger Studierendenstatistik (die Nachfrist zur Inskription läuft noch bis 30. November) des Bildungsministeriums zwischen rund 14 Prozent (Veterinärmedizinische Universität) und rund 26 Prozent (Uni Graz). Bei den Erstsemestrigen verzeichnen nur die Universität für Bodenkultur (plus 2,6 Prozent) und die Montanuni Leoben (plus 26,5 Prozent) Zuwächse.

Bei den Gesamt-StudentInnenzahlen verlieren die Universitäten Graz, Klagenfurt, Salzburg und Linz sowie die Technische Universität (TU) Graz jeweils rund ein Viertel ihrer InskribentInnen. Rund ein Fünftel weniger Studierende gibt es künftig an der Universitäten Innsbruck, der Technischen Universität (TU) Wien und an der Universität für Bodenkultur (Boku). Die geringsten Rückgänge verzeichnen die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien (minus 17,4 Prozent), die Universität Wien (minus 16,2 Prozent) sowie die Veterinärmedizinische Universität Wien (VUW/minus 14,5 Prozent). Insgesamt ergibt sich damit ein Rückgang bei den ordentlichen Studierenden um rund 20,4 Prozent.

Noch stärkere Unterschiede gibt es bei den Erstsemestrigen: Hier verzeichnen Boku (plus 2,6 Prozent) und Montanuni Leoben (plus 26,5 Prozent) Zuwächse, während die anderen wissenschaftlichen Universitäten Einbußen verzeichnen müssen: An der Uni Klagenfurt gibt es heuer rund 30 Prozent weniger Erstsemestrige, an der Universität Linz 22,2 Prozent weniger Studienanfänger. 19,4 Prozent beträgt der Erstsemestrigen-Rückgang an der Universität Salzburg, 16,4 Prozent an der Uni Graz, 14,9 Prozent an der Uni Innsbruck, 14,8 Prozent an der Uni Wien, 14,1 Prozent an der WU Wien sowie 13,6 Prozent an der TU Wien bzw. 12,3 Prozent an der TU Graz und 8,3 Prozent an der VUW. Insgesamt haben sich bisher 21.938 Erstsemestrige an den wissenschaftlichen Unis immatrikuliert, im Vorjahr waren es noch fast 26.000. Damit liegt die Zahl der Studienanfänger etwa auf dem Stand von 1998/99.

Stand der Dinge an den Kunstunis

Noch viel unterschiedlicher die Entwicklung bei den Erstsemestrigen an den Kunstuniversitäten: So verzeichnen etwa die Universität für angewandte Kunst in Wien (plus 9,6 Prozent), die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (plus 0,8 Prozent) sowie die Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (plus 33,8 Prozent) Zuwächse. Verluste bei den StudienanfängerInnen müssen hingegen vorläufig die Akademie der bildenden Künste in Wien (minus 20,3 Prozent), das Mozarteum Salzburg (minus 30,3 Prozent) sowie die Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (minus sieben Prozent) hinnehmen.
(APA)

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