Tourismusbranche bereitet sich auf schwaches Jahr vor

12. November 2001, 13:45
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TUI: Krise für etliche Existenz bedrohend - Europas größter Reiseveranstalter erzielte zuletzt 4,56 Milliarden Euro Jahresumsatz

Kapstadt - Nach den Terroranschlägen in den USA stellt sich Europas größter Reiseveranstalter TUI auf ein insgesamt schwächeres Wachstum des Tourismusmarktes ein. Dennoch rechnet die Unternehmensspitze mit leichten Zuwächsen. "Trotz abgeschwächter Konjunktur können wir mit einem ein- bis zweiprozentigen positiven Wachstum im Veranstalterreisemarkt rechnen", sagte TUI- Geschäftsführer Volker Böttcher am Montag in Kapstadt zur Präsentation der Programme für die Sommersaison 2002.

Böttcher sagte: "Wie schnell es mit der Branche in den nächsten Wochen wieder nach oben gehen wird, kann momentan wohl keiner vorhersagen." Nicht alle Branchenmitglieder würden diese Krise unbeschadet überstehen. "Der Ausleseprozess hat längst begonnen. Die Starken werden diese Marktschwäche überstehen, für andere hingegen ist die aktuelle Entwicklung Existenz bedrohend." TUI, wichtigste Marke des Tourismuskonzerns Preussag, werde künftig stärker Qualität und Sicherheit betonen.

Marktanteil sollte ausgebaut werden

Trotz der schwierigen Marktsituation zeigte sich Böttcher zuversichtlich, auch im nächsten Jahr den Marktanteil auszubauen. Wie sich das Geschäft der TUI in den nächsten Wochen entwickeln werde, wollte er nicht voraussagen. Mitte Jänner werde man klarer sehen. Derzeit liegt die TUI mit einem einstelligen Prozentsatz hinter dem Umsatz des Vorjahres.

Im abgelaufenen Reisejahr (31. Oktober) wuchs der TUI-Umsatz um 7 Prozent auf 4,56 Mrd. Euro (62,7 Mrd. S). Angaben zum Gewinn machte Böttcher nicht. Die Rendite sei auf Grund besserer Hotel- und Flugauslastung "sehr erfreulich". Motoren des Wachstums waren vor allem Ziele im östlichen Mittelmeer. Für Bulgarien entschieden sich doppelt so viele Gäste wie im Vorjahr, für die Türkei 64 Prozent mehr. Die Fernziele Thailand und Südafrika legten um jeweils 15 Prozent zu. Nach Mallorca hingegen brachte die TUI 3,6 Prozent weniger Urlauber.

Türkei und Bulgarien werden teurer

Für mehrere Ziele wird der Urlaub im nächsten Sommer teurer. Die Preise für die Türkei ziehen um 6 Prozent, in Bulgarien um 5 Prozent an. Für Spanien, Griechenland und Deutschland müssen TUI-Kunden im nächsten Sommer 3 Prozent mehr zahlen. Fernreisen nach Südafrika werden hingegen um 9 Prozent preiswerter, Australien um 4 Prozent, Thailand um 2 Prozent.

Neben Israel - dort sei der Tourismus inzwischen völlig zum Erliegen gekommen - habe schon vor dem 11. September die USA als Verlierer festgestanden, sagte Böttcher. TUI zählte 37 Prozent weniger Gäste. "Der starke Dollar machte Urlaub in Nordamerika für viele Kunden schlicht und ergreifend zu teuer." Nennenswerten Einfluss auf das Geschäft habe der Rückgang nicht gehabt, da die USA weniger als zwei Prozent des Gesamtumsatzes ausmache.

Das Geschäft mit All inclusive-Angeboten habe seinen Siegeszug fortgesetzt. 50 Prozent mehr Gäste als noch im Vorjahr hätten sich bei einer der TUI Deutschland-Marken, TUI Schöne Ferien!, 1-2-Fly, airtours international, Wolters Reisen und l'tur, für diese Urlaubsform entschieden. Die Kapazitäten seien für die nächste Sommersaison deutlich ausgeweitet worden. (APA/dpa)

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