"Wir werden das ermutigen"

12. November 2001, 12:44
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US-Regierung und Hollywood einigen sich auf Strategie zur cineastischen Terrorbekämpfung

Los Angeles - Auch Hollywood zieht in den Krieg gegen den Terrorismus: Vertreter der Filmindustrie und der US-Regierung einigten sich am Sonntag auf eine gemeinsame Strategie, um für die Anti-Terror-Aktionen Washingtons zu werben. Beide Seiten seien sich einig, dass "konkrete, ehrliche, spezifische und integre Informationen" wichtig für den "ultimativen Erfolg" in dem Konflikt seien, sagte Karl Rove, einer der engsten Berater von US-Präsident George W. Bush, nach dem Treffen in Los Angeles. Die führenden Köpfe der Filmindustrie hätten bereits eigene Ideen, wie sie zur "Anstrengung für den Krieg" beitragen könnten. "Wir wollen das ermutigen."

Rove zufolge legten die Hollywood-Größen und die Gesandten aus Washington sieben "Botschaften" fest, die an die Kinozuschauer gerichtet werden sollen: Die US-Kampagne richtet sich nicht gegen den Islam, sondern gegen den Terrorismus; Aufruf an alle US-Bürger zu freiwilligem Dienst; Unterstützung der Soldaten und ihrer Familien sowie "Krieg gegen das Böse". Ferner solle Kindern das Gefühl gegeben werden, dass sie in Sicherheit seien. Auch solle klar werden, dass die Anschläge vom 11. September gegen die gesamte Welt gerichtet gewesen seien und daher eine internationale Antwort erforderten. Schließlich legten die Versammelten Wert auf die Feststellung, dass keine Kriegspropaganda betrieben werden solle. Der Medienberater Mark McKinnon betonte im US-Fernsehsender CNN, die Kampagne sei von Washington "inspiriert", aber keine Regierungsaktion.

Der Präsident des US-Filmverbands Motion Picture Association of America, Jack Valenti, kündigte an, Hollywood werde wahrscheinlich mit einer Serie von Werbefilmen beginnen, die auch im Ausland gezeigt werden sollten. Die Zusammenarbeit könne aber durchaus "weltlichere" Züge annehmen, erklärte Rove. So habe der Kapitän des Flugzeugträgers USS Theodore Roosevelt darum gebeten, neue Filme aus Hollywood seinen Soldaten als Vorpremiere vorführen zu dürfen. (APA)

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