Hedge Fonds: Quo Vadis?

12. November 2001, 12:45
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Welche Trends herrschen aktuell vor? Ein Bericht vom Frankfurter Hedge Fonds-Symposium

Der Markt für Hedge Fonds boomt: Zwischen 1993 und 2001 stieg das weltweit in diese Fonds investierte Vermögen von 50 auf 550 Mrd. US$, bis 2004 sollen es sogar bis zu 1,5 Billionen US-Dollar werden. Aufgrund dieser Fakten fragt man sich natürlich nach den Gründen für diese Entwicklung. Für Hans-Jürgen Eberling, Executive Vice President von Quadriga Asset Management sind es vor allem die hervorragenden Eigenschaften dieser Assetklasse: Aufgrund ihrer geringen Korrelation zu Anleihen- und Aktienmärkten sind Hedge Fonds eine optimale Portfoliodiversifikation und das langfristig hohe absolute Performancepotential lockt zusätzlich noch viele Anleger.

Fehlende Transparenz und Risikokontrolle schrecken ab

Was hält nun viele Anleger davon ab, ihr Geld in Hedge Fonds zu investieren? Auch hier wurde auf dem Symposium eine aktuelle Barra Studie veröffentlich. Die größten Vorbehalte sind demnach mangelnde Transparenz (34 Prozent), fehlende Risikokontrolle (27 Prozent) und die unausreichende Regulierung (23 Prozent). Die teilweise hohen Gebühren sind dagegen nur für 12 Prozent der Befragten ein Hindernis.

Investmentaufsicht überfordert?

Was das regulatorische Umfeld für Hedge Fonds betrifft, betonte Esther Wandel, Regierungsrätin im Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen in Bonn, dass dies eine völlig neue Aufgabe für ihre Behörde darstellt. Dieser Herausforderung gelte es sich zu stellen, sie appellierte gleichzeitig aber an die Hedge Fonds Industrie sich für Ihr Amt bei der Bundesregierung stark zu machen um nicht wegen chronischer personeller Unterbesetzung den Anschluss bei neuen Finanzinnovationen zu verlieren.

Multi-Manager vs. Single-Manager

Der derzeitige Trend hin zu Multi-Manager Produkten, also Dach-Hedge-Fonds, lässt sich für Axel Hörger, Executive Director von Goldman Sachs in Frankfurt, dadurch erklären, dass die Minimum-Investments bei vielen Hedge-Fonds exorbitant hoch sind. Die Diversifizierung des Einzelmanager-Risikos und der Management-Stile sowie die reduzierte Volatilität lassen das Investment in einen Einzelmanagerfonds, speziell für private Investoren, relativ gesehen weniger attraktiv erscheinen. Ein Einzelmanager brauche zudem "stabiles" Geld, also Geld mit dem er langfristig rechnen kann und dieses Erfordernis könne ein Retail-Kunde einfach nicht bieten.

Hedge Fonds und Internet

Die Rolle des Internets erläuterte dann noch Florian Hach, CEO von ehedge.de. Seiner Meinung nach stellt das World Wide Web für institutionelle Anleger eine optimale Möglichkeit dar, um zeitsparend aus nahezu 6000 Hedge Fonds weltweit zu selektieren. Demgegenüber suchen aber laut Günter Schärtl, Vice President von Dresdner Kleinwort Wasserstein in Frankfurt, 98% der Kunden des persönliche Gespräch mit dem Berater um sich über Hedge Fonds zu informieren.

Hedge Fonds = Mainstream?

Abschließend lässt sich sagen, dass diese Assetklasse im Vergleich zu den USA noch erhebliches Aufholpotential besitzt und für immer mehr Privatanleger interessant wird. Dieser Entwicklung sehen aber nicht alle Hedge Fonds Manager positiv gegenüber, da die Gefahr einer kapitalmäßigen Überfrachtung (der Mittelzufluss im 1. Quartal 2001 betrug US$ 6,9 Mrd.) besteht. Uneinig ist sich die Branche aber auch noch bei der schon angesprochenen fehlenden Transparenz. Viele sehen das als notwendiges Übel an, da sich ein Hedge Fonds Manager eben nicht in die Karten schauen lassen wolle - um den Sektor für Privatinvestoren noch interessanter zu machen müsste sich das aber ändern.

e-fundresearch besuchte für Sie das Hedge Fonds Symposium in Frankfurt, bei dem Anbieter wie Goldman Sachs, Dresdner Kleinwort Wasserstein, Quadriga Asset Management oder FERI Private Equity vertreten waren, um Ihnen das Neueste aus diese Branche zu berichten.

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