Hubbard: US-Wirtschaft soll sich 2002 erholen

12. November 2001, 11:35
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US-Präsidialamtsberater erwartet schwachen vierten Quartal

Paris/London - Die Wirtschaft der USA wird nach Einschätzung von US-Präsidialamtsberater Glenn Hubbard relativ schwach in das vierte Quartal 2001 starten, um sich dann aber im ersten Quartal des kommenden Jahres zu erholen. "Ich teile die Ansicht privater Analysten, dass es im ersten Quartal ein - wenn auch bescheidenes - Wachstum geben wird", sagte Hubbard bei einem Besuch Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag in Paris. Weltbank-Präsident James Wolfensohn sieht die Weltwirtschaft im kommenden Jahr 2002 um 1,0 Prozent wachsen.

Hubbard wiederholte, es sei zu früh, etwas Genaues zum Ausgang des letzten Quartals dieses Jahres zu sagen. Er erwarte aber, dass es "relativ" schwach sein wird. Seine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung der USA in den kommenden Quartalen hänge im Moment teilweise davon ab, ob der US-Kongress in den kommenden Wochen dem von der Regierung vorgeschlagenen Konjunkturpaket zustimme.

Zentralbank muss wachsam bleiben

Hubbard äußerte sich nicht zur zukünftigen Geldpolitik von US-Fed oder EZB. Die bisher heuer erfolgten zehn Zinssenkungen der Fed sollten gegen Jahresende positive Wirkung zeigen. "Es gibt weltweit einen deflationären Druck wegen der schwachen Nachfrage, und es ist für Zentralbanken wichtig, aufmerksam zu bleiben."

Weltbank-Präsident James Wolfensohn erwartet für 2002 ein auf "ein Prozent oder darunter" gebremstes Weltwirtschaftswachstum. Wie Wolfensohn in einem Interview mit dem Sender BSkyB am Sonntag weiter ausführte, hängen die weiteren Aussichten vor allem von der globalen Friedens- und Sicherheitslage sowie der weiteren Entwicklung in Afghanistan ab. Er sehe die Weltwirtschaft derzeit nicht in einer Rezession. Eine der Hauptsorgen gelte dem verschuldeten Argentinien. Diese Schuldenkrise beeinflusse die Emerging Markets weltweit.

EZB-Leitzinssenkung wird positiven Effekt haben

Die EZB-Leitzinssenkung vom vergangenen Donnerstag und niedrigere Ölpreise werden nach Einschätzung von Frankreichs Finanzminister Laurent Fabius einen positiven Effekt auf das wirtschaftliche Wachstum des Landes im kommenden Jahr haben. "Die EZB-Zinssenkung wird eine positive Wirkung auf das Wachstum haben", sagte Fabius dem französischen Radiosender RTL am Montag auf die Frage zum Wachstumsausblick für 2002. "Der höher als erwartete Rückgang der Ölpreise wird einen unmittelbaren Einfluss auf das Wachstum haben."

Am Donnerstag hatte die EZB die Leitzinsen in der Euro-Zone um einen halben Prozentpunkt auf 3,25 Prozent im Schlüsselzins gesenkt. Frankreichs Regierung erwartet für 2002 offiziell ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 2,25 und 2,5 Prozent. Die Prognose des Internationalen Währungsfonds beträgt 1,6 Prozent. (APA/Reuters/vwd)

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