Handgranaten- Explosion in Asylwerberheim vermutlich Unfall

12. November 2001, 14:29
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17-Jähriger aus Simbabwe getötet - Fremdverschulden ausgeschlossen

Wien - Viele offene Fragen, aber vorläufig wenig Antworten: Mühsam gestaltete sich die Polizeiarbeit nach dem Handgranatenunfall Sonntag Abend in einem Asylwerber-Wohnheim in der Sonnwendgasse in Wien-Favoriten. Bei der Explosion war ein 17-jähriger Bursch aus Simbabwe in einer Toilette des Heimes ums Leben gekommen. Ersten Ermittlungen zufolge handelte es sich dabei um einen Unfall. Fremdverschulden wurde Montag Vormittag ausgeschlossen.

Identität gekärt

Die Ermittler des Sicherheitsbüros befragten am Montag noch einmal eingehend die Bewohner des Asylwerber-Wohnheims - vorläufig ohne konkrete Ergebnisse, wie Oberstleutnant Erwin Köbl erklärte. Die Kriminalisten erhoffen sich Erkenntnisse vor allem bezüglich der Hintermänner des 17-Jährigen, dessen Identität vorläufig durch einen Meldezettel festgestellt wurde.

Tod durch Handgranate

Der Afrikaner war beim Hantieren mit einer Handgranate jugoslawischer Bauart in einer Toilette des Heimes ums Leben gekommen. In einer Nebenzelle fand man einen weiteren Sprengkörper gleicher Bauart, im Mund des Toten einige Kugeln mit Suchtgift. Dabei handelte es sich nach ersten Vermutungen um Kokain oder Heroin, endgültige Analysen standen am frühen Montagnachmittag noch aus.

Die Polizei barg Sonntag Abend die zweite Handgranate und durchsuchte das Heim nach weiteren Sprengkörpern und Drogen. Gefunden wurde allerdings nichts mehr.

Der 17-Jährige war vor einigen Tagen in Zusammenhang mit Drogengeschäften mit der Polizei in Berührung gekommen. Laut Köbl wurde er bei einer Geschäftsanbahnung beobachtet und perlustriert. Nach einer Anzeige wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Neben der Suche nach den Hintermännern interessiert die Ermittler auch, woher der Bursch die Handgranaten hatte und was er mit ihnen beabsichtigte. Konkrete Anhaltspunkte dazu gab es zunächst aber nicht. (APA)

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