Kein politischer Wiederaufbau ohne Frauen

12. November 2001, 17:30
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Ferrero-Waldner fordert Einbindung afghanischer Frauen in Nach-Taliban-Pläne

New York - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) hat in ihrer Rede vor der UNO-Generalversammlung in New York die Einbindung von Frauen in den politischen Aufbauprozess in Afghanistan gefordert. Durch eigene Projekte sollten besonders Frauen in Flüchtlingslagern in den Nachbarländern Afghanistans speziell gefördert werden, um beim Wiederaufbau des Landes politische Verantwortung übernehmen zu können, sagte die Außenministerin laut Redetext Montag vormittag (Ortszeit).

In allen Gesellschaften, aber besonders in Krisengebieten müssten die Leistungen der Frauen stärker beachtet werden. Ferrero-Waldner war seit der Eröffnung der 56. Generalversammlung Samstag früh die erste Rednerin vor den Delegierten. Weiters betonte sie die besondere Rolle der Vereinten Nationen beim Kampf gegen Terrorismus und die weiterhin notwendigen Bemühungen, gegen Armut, Ungleichheit und Ungerechtigkeit vorzugehen.

Chance auf friedliche Entwicklung

85 Prozent der afghanischen Flüchtlinge und intern Vertriebenen seien Frauen und Kinder, betonte die Außenministerin. Als schwächste Mitglieder der Gesellschaft treffe sie Gewalt und Unterdrückung am härtesten. "Wir müssen bei der Planung für ein Nach-Taliban-Afghanistan Programme entwickeln, in denen den Frauen, die nun in den Flüchtlingslagern leben, die Chance gegeben wird, ihren Beitrag zu einer Regierung zu leisten, die auf friedliche Entwicklung und Kooperation ausgerichtet ist. Ich halte das für einen essenziellen Beitrag beim Aufbau einer neuen Gesellschaft, die über Jahrzehnte nur die schmerzhaften Wunden des Krieges erlebt hat", so Ferrero-Waldner. Die islamisch-fundamentalistischen Taliban haben Frauen aus dem öffentlichen Leben und der Arbeitswelt verbannt, Mädchen weitgehend Bildung verboten und Frauen und Mädchen medizinische Versorgung verwehrt.
(APA)

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