Bildungsvolksbegehren für Frauen besonders relevant

12. November 2001, 13:47
posten

SPÖ-Haider: Chancenungleichheit durch Studiengebühren zementiert

An der Universität Linz gibt es heuer rund 1.700 StudienanfängerInnen weniger als im Vorjahr, der Rückgang der weiblichen Erstinskribenten ist signifikant.

Appell an Studentinnen

Für SPÖ-Chef LH-Stv. Dipl.-Ing. Erich Haider eine alarmierende Zahl, mit der die Chancenungleichheit neuerlich zementiert wird. "Viele Familien können es sich nicht mehr leisten zwei oder mehr Kinder studieren zu lassen und es sind nicht selten die Mädchen, die übrig bleiben. Damit sie möglichst früh lernen, was ihre eigentliche Bestimmung ist, wird ihnen von der blau-schwarzen Regierung eine gute Ausbildung, die dafür ohnehin nur hinderlich ist, erschwert. Sollte sich eine junge Frau dennoch nicht abschrecken lassen und versuchen, ihr Studium selbst zu finanzieren wartet die nächste Hürde auf sie. Auch Studentinnenjobs sind nämlich schlechter bezahlt als die ihrer männlichen Kollegen", zeigt LH-Stv. Haider auf und weist einmal mehr darauf hin, wie wichtig es vor allem für Frauen ist, das Bildungsvolksbegehren zu unterschreiben.

Die SPÖ-Oberösterreich hat daher eine große Bildungsoffensive gestartet, mit dem Ziel allen jungen Frauen und Männern optimale Bildungschancen ohne Schul- und Studiengebühren zu sichern. "Die Zahl der 15- bis 19-jährigen wird in den nächsten 20 Jahren um mehr als 20 Prozent dramatisch zurückgehen. Deshalb müssen wir alles tun, um dem drohenden Bildungsengpass entgegenzuwirken. Vor allem aber darf nicht jungen Frauen von vornherein die Chance auf Bildung erschwert werden", betont LH-Stv. Haider.

Kritik an Regierungspolitik

Die Chancen für Frauen haben sich seit Antritt der Regierung in allen Lebensbereichen massiv verschlechtert. Die Frauenpolitik wurde praktisch abgeschafft: Statt Eigenständigkeit durch Berufstätigkeit ist "Zurück-an-den-Herd" angesagt. Dieses bewusste Abdrängen vom Arbeitsmarkt und der von Bundeskanzler Schüssel propagierte "Mut zum Kind" ist aber sicher nicht geeignet, um den vielfach beklagten Bevölkerungsrückgang zu stoppen. "Anders als sein Chefstatistiker Ewald Kutzenberger hat Schüssel nämlich nicht erkannt, dass den Frauen nur mit tatsächlicher Vereinbarkeit von Familie und Beruf Mut zum Kind gemacht werden kann", erklärt SPÖ-Chef Haider. Zumindest eine "Ungerechtigkeit" soll einmal beseitigt werden. Für Finanzminister Grasser ist es nämlich "nicht einzusehen", dass Frauen früher in Pension gehen dürfen, er will das Frauenpensionsalter anheben. "Da spielen die ungleichen Chancen im Leben der Frauen, Einkommensunterschiede und die Mehrfachbelastung durch Beruf, Familie und Haushalt plötzlich keine Rolle mehr", so Haider.
(red)

Share if you care.