AUA fordert Gehaltsverzicht

13. November 2001, 17:57
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Vorstandschef Sörensen steht Milliardenverlust ins Haus - 930 Mitarbeiter müssen gehen

Wien - Die derzeit noch 7700 Mitarbeiter der AUA-Gruppe sollen im Schnitt auf sieben Prozent ihres Gehalts verzichten und damit in Summe 20 Mio. € zur Gesundung des Unternehmens beitragen. Das ist jedenfalls die Forderung des neuen AUA-Vorstandes, der darüber noch mit dem Betriebsrat verhandeln muss.

Wie der Standard bereits exklusiv berichtete, erfordert der für heuer prognostizierte Verlust von 150 Mio. € (2,1 Mrd. S) und die notwendige Neustrukturierung der Gruppe den Abbau von 930 Mitarbeitern. Allein die Folgekosten für die Terroranschläge in den USA bezifferte Finanzvorstand Thomas Kleibl mit 25 Mio. €. Im Oktober flogen um acht Prozent weniger Passagiere als im Vorjahr. Wie viele tatsächlich zur Kündigung angemeldet werden und wie viele in eine Arbeitsstiftung gehen, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

Maßnahmenbündel

Durch ein Bündel von Maßnahmen soll das Ergebnis der AUA-Gruppe im nächsten Jahr um 260 Mio. € (3,6 Mrd. S) verbessert werden. Neben dem Personalabbau (67 Mio. €) werden sieben Flieger stillgelegt und das Streckenangebot laufend der Nachfrage angepasst (bisher wurde die Kapazität um 18 Prozent reduziert). Außerdem sollen Beteiligungen verkauft werden. Von welchen man sich trennen werde, stehe noch nicht fest. "Es gibt aber keine Tabus", sagte Finanzvorstand Thomas Kleibl. Er stellte auch klar, dass künftig nur Strecken geflogen werden, die positive Deckungsbeiträge liefern.

Sparen beim Catering

Sparen will die AUA auch beim Catering. Gleichzeitig wurden aber die Ticketpreise im Oktober bereits um zwei bis sieben Prozent angehoben. Ausgenommen davon sind nur die Strecken nach Deutschland und Skandinavien.

Töchter werden zu reinen Dienstleistern

Die drei Töchter Lauda Air, Tyrolean und Rheintalflug werden zu reinen Dienstleistern für die AUA. Es gibt vier Marken, aber nach außen nur einen Geschäftspartner, die AUA. Die Lauda Air macht das Chartergeschäft und betreibt selektive Langstrecken, Tyrolean und Rheintalflug konzentrieren sich auf den Regionalverkehr.

AUA-Chef Vagn Soerensen verhandelt derzeit mit der Credit Swiss über das von ihr gehaltene zehnprozentige Aktienpaket an der AUA, das die Bank im Zuge der Swissair- Pleite übernahm. Dass die Aktien zur Lufthansa wandern, schloss Soerensen aus. Er betonte, dass die AUA ein österreichisches Unternehmen bleiben wird. (cr, DER STANDARD, Printausgabe 14.11.2001)

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