Drei Journalisten getötet

12. November 2001, 21:07
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Tod eines deutschen und zweier französischer Medienvertreter bestätigt

Hamburg/Paris - Ein deutscher und zwei französische Journalisten sind in Afghanistan bei einem Angriff der Taliban getötet worden, wie am Montag bekannt wurde. Bei den ums Leben Gekommenen handelt es sich um den Stern-Mitarbeiter und freien deutschen Journalisten Volker Handloik (40) sowie den 31-jährigen Franzosen Pierre Billaud von RTL und die 34-jährige Französin Johanne Sutton von Radio France International.

Die drei waren am Sonntag zusammen mit drei weiteren Kriegsberichterstattern nahe der Grenze zu Tadschikistan in einen Hinterhalt der Taliban geraten und beschossen worden, teilte die Illustrierte stern am Montag in Hamburg mit. Die Leichen der Reporter wurden in die tadschikische Hauptstadt Duschanbe gebracht.

Leiche geplündert

Der Journalist Paul McGeough von der australischen Zeitung Sydney Morning Herald berichtete, er habe zu der Gruppe von insgesamt sechs Kriegsberichterstattern gehört, die einen Frontkommandanten nahe der Stadt Dasht-e Kaleh zu angeblich verlassenen Schützengräben der Taliban begleitet hätten. Dort seien sie unter Granatwerfer- und Maschinengewehrbeschuss geraten. Bei einer schnellen Kehrtwende des Schützenpanzers seien die beiden Franzosen und der Deutsche vom Fahrzeug gefallen, die Besatzung habe sie liegen lassen und ihre Leichen seien erst später geborgen worden. Handloik ist bei dem Beschuss an den Folgen seiner Bauch- und Beinverletzungen gestorben. Unklar ist, ob der Reporter vor oder nach dem Sprung von dem Fahrzeug die Verletzungen davongetragen hat. Seine Leiche wurde geplündert. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 13.11.2001)

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