Ein Toter und 20 Verletzte bei neuen Unruhen in Nordirland

12. November 2001, 11:21
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Rohrbombe explodierte in Hand von 17-jährigem Protestanten

London/Belfast - Bei neuen Unruhen in Nordirland ist am Sonntagabend ein Mensch getötet worden. Mehr als 20 Personen wurden bei den Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken im Norden Belfasts verletzt. Wie die Polizei mitteilte, erlitt ein 17 Jahre alter Protestant tödliche Verletzungen, als eine Rohrbombe in seiner Hand explodierte.

Zu den Ausschreitungen im Stadtteil Tiger's Bay war es am Sonntag im Anschluss an Gedenkveranstaltungen für die Toten beider Weltkriege gekommen. Brandsätze und Steine wurden geworfen, mehrere Polizeifahrzeuge gingen in Flammen auf. Die Polizei setzte Plastikgeschosse ein.

Zu den Umständen, die zum Tod des 17-Jährigen führten, gab es unterdessen widersprüchliche Angaben: Während die Polizei mitteilte, dass der Jugendliche den Sprengsatz auf Katholiken werfen wollte, als er in seiner Hand explodierte, wurde diese Darstellung von Seiten der Protestanten zurückgewiesen. Vielmehr hätten Katholiken die Bombe geworfen. Der junge Mann habe den Sprengsatz aufgehoben, dabei sei dieser dann explodiert, berichteten Augenzeugen. Die Polizei kündigte eine Untersuchung an.

Bei der Explosion der Rohrbombe wurden zwei weitere Männer verletzt. Wie die Polizei mitteilte, erlitten auch 17 Polizeibeamte und 2 Soldaten während der Unruhen Verletzungen. Nach unbestätigten Berichten wurde auch ein 11 Jahre alter Bub durch ein Plastikgeschoß der Sicherheitskräfte verletzt. (APA/dpa)

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