Anregendes Ritual im grauen Herbst

12. November 2001, 20:18
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Zwölf mitternächtliche Kirchturmschläge im Bergland zwischen Loire und Saone geben das Startzeichen für: "Der Beaujolais Nouveau ist eingetroffen."

Und zu feiern gibt es in diesem Jahr noch etwas - vor einem halben Jahrhundert, am 13. November 1951, erhielt das Beaujolais hochoffiziell die behördliche Erlaubnis, den Jahrgang schon so frühzeitig auf den Markt zu bringen.

Das anregende Ritual im grauen November ist seitdem zu einem internationalen Ereignis geworden. Auch wenn manche Kenner gern die Nase rümpfen, weil dies doch noch ein "unfertiger Wein" sei, so ist das gesellige Erlebnis nach 50 Jahren nicht mehr wegzudenken. Immer neue Märkte wollen sich die Winzer der zwölf Beaujolais-Appellationen erschließen. Nach dem südkoreanischen Seoul im vergangenen Jahr gibt der Beaujolais als reisefreudiger Botschafter Frankreichs nun in der thailändischen Hauptstadt Bangkok seinen "offiziellen Einstand". In der Zeit leicht rückläufiger Exporte haben die Marketing-Profis der nördlich von Lyon gelegenen Wein-Hochburg vor allem Asien im Auge.

Doch jetzt gilt es, das diesjährige Jubiläum mit einem Beaujolais Nouveau zu feiern, der nach einem milden Jahr 2001 den Geschmack von Himbeeren, Johannisbeeren und Erdbeeren haben soll. Nahezu 40.000 Erntehelfer waren etwa drei Wochen lang in den Weinbergen und -gärten eingesetzt, um den 3.619 Winzern des Beaujolais bei der Traubenlese tatkräftig unter die Arme zu greifen. Le Beaujolais Nouveau est arrive! (apa/red)

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