Investition in die Gesundheit

11. November 2001, 18:45
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Stabile Renditen für Anleger auch bei schwacher Konjunktur

Gesundheit ist das höchste Gut - die Nachfrage nach medizinischen Gütern werde daher auch in Zeiten einer Rezession weitgehend stabil bleiben, begründen Fondsmanager die Auflage von neuen Investementfonds in den Gesundheitsbranchen. Besonders die Kombination von Pharma-, Medizin- und Biotechniktiteln sollte ein stabiles Wachstum bringen.

Die Schweizer Privatbank Sarasin mit Zentrale in Basel setzt mit ihrem neuen Themenfonds HealthSar einerseits auf etablierte Pharmawerte - wie Johnson, GlaxoSmithKline oder Pfizer - und andererseits auf Wachstumsunternehmen aus Medizinaltechnik und Biotechnologie, die sich mit der Entwicklung von neuen Produkten befassen. Der HealthSar sei daher "chancenorientierter als ein reiner Pharmafonds und weniger risikobehaftet als ein reiner Biotechnologiefonds", hebt Sarasin-Fondsmanagerin Irene Püttner hervor.

Wachstumswerte

Seit der Genom-Revolution zeichnet sich "eine Flut" neuer Produkte ab, "die die medizinische Behandlung transformieren werden", sagt Püttner - etwa Gentests für vererbbare Krankheiten des ebenfalls in Basel beheimateten Konzerns Roche, oder Medikamente auf der Basis körpereigener Stoffe. Sarasin rechnet mit einer jährlichen Rendite von 20 Prozent im Zeitraum von fünf Jahren. Das Risiko der Wachstumsunternehmen sowie Kursschwankungen nach unten - wie jüngstens bei Roche durch die Ankündigung von Novartis, seine Anteile verkaufen zu wollen - sollen von den Umsätzen aus den Patenten der Pharmariesen getragen werden. Die Mindestinvestitionssumme ist 5000 Euro (68.801 Schilling) oder 100 Euro pro Monat.

Die deutsche Bank Sal. Oppenheim setzt dagegen mit dem "Medical BioHe@lth-Trends" auf reine Wachstumswerte - aus Biotech, Medizinaltechnik und E-Health. Was etablierte Firmen betrifft, kommt Fondsmanager Harald Schwarz ebenfalls auf Patente zu sprechen: "Ein Drittel der Patente der großen Firmen laufen in den nächsten fünf Jahren aus, und das wird Umsatzeinbrüche mit sich bringen." Schwarz erwartet, dass neue Unternehmen - wie etwa Cyberonics mit einem Hirnschrittmacher gegen Depressionen oder die Softwarefirma Nexus, deren zentrale Kundendatei für Krankenhäuser bereits an der Uni-Klinik Innsbruck eingesetzt wird - Marktanteile gewinnen und eine Rendite von 20 bis 25 Prozent schon nach einem Jahr abwerfen werden.

Sal. Oppenheim sieht Zukunftschancen: "Der Wert an medizinischen Gütern, die letztes Jahr in den USA produziert wurden, liegt bei 14 Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts", und die demographischen Entwicklungen ließen einen Anstieg der Ausgaben erwarten, sagt Schwarz. Eine Meinung, die auch die Bankengruppe ABN Amro bestätigt, die ebenfalls einen Biotech/Pharmafonds herausgegeben hat. (Eva Stanzl, DER STANDARD, Printausgabe 12.11.2001)

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